(Bilder) Faszinierender Anblick: EWZ hat dem Albigna Stausee den Stöpsel gezogen – Reparatur und Abdichtung im leeren Stausee

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Der Anblick, der sich aktuell auf rund 2‘100 Meter über Meer bietet, ist selten und atemberaubend: Die 158 Meter hohe Staumauer Albigna zeigt ihre volle Grösse, die sonst zum grossen Teil von Wasser verborgen ist. Für die Erneuerung von Abdichtungen und die Sanierung diverser Anlagenteile wurde der Stausee Albigna komplett entleert. Die Mitarbeitenden meistern nun grosse Herausforderungen, um die Baustelle zugänglich zu machen sowie plötzlich auftretenden Schnee- und Kälteeinbrüchen zu trotzen.

Vor über 30 Jahren wurden Abdichtungen beim Übergang vom Felsen zur Staumauer Albigna erstellt. Diese Kunststofffolie hat ihre Lebensdauer erreicht und wird bis Ende Juni 2015 ersetzt. Über die Jahre hat der irrsinnige Wasserdruck der 70 Milliarden LIter Wasser im Stausee im Fels Klüfte geöffnet, die nun abgedichtet werden müssen.

Stöpsel gezogen, Stausee geleert

Um an die tiefsten Stellen der 115 Meter hohen Staumauer zu gelangen, entleerte ewz den Stausee komplett. Bis zu einem bestimmten Wasserstand konnte dies geschehen, indem das Wasser durch Leitungen floss und die Turbinen im Kraftwerk Löbbia zur Stromproduktion antrieb. Das übrig gebliebene Wasser wurde über den sogenannten Grundablass, eine Öffnung am tiefsten Punkt der Staumauer, abgelassen. Diesen Vorgang begleiteten im Februar neben ewz-Fachkräften auch der kantonale Fischereiaufseher sowie ein Umweltfachbüro.

Baumaterial kommt per Heli oder Seilbahn

Die nächsten Schritte sind die Fertigstellung von Gerüsten auf der Seeseite sowie der Ausbau von Anlageteilen, die zur Revision mit einem Schwerlasthubschrauber abtransportiert werden. Neben Helikoptern steht die ewz-Seilbahn im Einsatz, um die Baustelle zugänglich zu machen. Aufwändige Materialtransporte sowie die schnell ändernden Witterungsverhältnisse mit Schnee und Frost forderten von den Planern viel Vorausdenken. Zudem besteht ein eigenes Sicherheits- und Rettungskonzept inklusive Lawinenrettungskursen für alle Mitarbeitenden. Richtiges Verhalten im Gelände sowie das Beherrschen des Lawinensuchgeräts, der Sondierstange und der richtigen Schaufeltechnik sind im Notfall elementar.

Die verschiedenen Projekte, welche bei dieser Gelegenheit ausgeführt werden, wird ewz im Laufe der nächsten Monate vorstellen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis im Sommer 2015, das Aufstauen des Sees erfolgt ab Mitte Mai 2015.

ewz-Staumauer Albigna und erste Abdichtung

Die Staumauer Albigna ist eine sogenannte Gewichtsstaumauer. Sie besitzt einen dreieckigen Querschnitt (siehe Grafik unten). Sie ist so wahnsinnig schwer, dass ihr Eigengewicht alleine ausreicht, um das aufgestaute Wasser zurückzuhalten. Doch der hohe Wasserdruck führt mit der Zeit dazu, dass sich im Fels unter dem wasserseitigen Mauergrund Klüfte öffneten, durch die Wasser ins Gestein eindringen konnte. In den Jahren 1979 bis 1983 wurde die Felsoberfläche deshalb erstmals abgedichtet.

Grösste Mauerhöhe:      115 Meter
Kronenlänge:                759 Meter
Nutzbarer Inhalt:            70 Millionen Kubikmeter (70 Milliarden Liter)
Stauseeoberfläche:       bis zu 1,2 Quadratkilometer

Kraftwerkanlagen

Ist das Wasser einmal gefasst, kann es von einem Kraftwerk zum nächsten geleitet und so mehrfach für den Antrieb von Turbinen und Generatoren genutzt werden. Im Bergell gibt es insgesamt fünf ewz-Kraftwerkzentralen: Plancanin, Lizun, Löbbia, Bondo und Castasegna. In mehreren Stufen nutzen sie das Wasser vom Albigna-, Maroz- und Fornogebiet zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien.

Bilder der Reparaturarbeiten Stausee Albigna

Helikopter transportieren Material zur 115 Meter hohen Albigna Staumauer

Die Baustelle an der Staumauer

Mega-Badewanne nach Ziehen des Stöpsels: Blick in den leeren Stausee, wo sonst 70 Milliarden Liter Wasser liegen


Grafik der Reparaturarbeiten an der Albigna-Staumauer im Querschnitt

Quelle: EWZ
Bilder: EWZ

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