Das ist ja äusserst erfreulich: Der Schweizer Bundesrat wurde heute am 19. August 2026 darüber informiert, dass die Schweiz wohl dieses Jahr viel mehr Steuern einnimmt, als erwartet. Budgetiert war ein Minus von -700 Millionen Franken, nun stellt sich heraus, dass der Bund etwa +800 Millionen fürschi machen wird. Um 1,5 Milliarden verrechnet, das kann ja mal passieren 🙂 Das Plus gegenüber dem Voranschlag 2026 ist vor allem dank deutlich höheren Gewinnsteuereinnahmen entstanden. Es scheint also, dass es zumindest einigen Firmen ganz gut läuft in der Schweiz. Der Bund wäre aber nicht der Bund, wenn er nicht schon ein paar bombige Ideen hätte, wie er das Mehr-Geld schnell wieder verjubeln kann: Er plant, noch bevor er das Steuer-Plus auf sicher hat, bereits 970 Millionen Franken für zusätzliche Rüstungsausgaben zu verwenden. Eine wahrhaft „bombige“ Idee, die aber dafür die Schweizer Wirtschaft etwas unterstützen wird.
Glücklich verrechnet: Schweiz macht statt 700 Millionen Miese ein Plus von +800 Millionen
Gemäss der ersten Hochrechnung 2026 dürfte ein Finanzierungsüberschuss von knapp 0,8 Milliarden Franken resultieren. Budgetiert war ein Defizit von etwas mehr als 0,7 Milliarden Franken. Diese deutliche Verbesserung ergibt sich in erster Linie aus dem ordentlichen Haushalt und ist auf die im Juni nach oben revidierte Einnahmenschätzung zurückzuführen (+1,9 Mrd.). Die positive Entwicklung auf der Einnahmenseite ist in den Zahlen für den Voranschlag 2027 und Finanzplan 2028 – 2030 bereits berücksichtigt.
Schweizer Nationalbank lässt Gold über das Volk regnen
Auch im ausserordentlichen Haushalt ergeben sich Mehreinnahmen, weil die Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank höher ausgefallen ist als budgetiert. Auch hier darf sich die Schweiz und der Steuerzahler auf ein Geschenk von 300 Millionen freuen. Die ausserordentlichen Ausgaben belaufen sich unverändert auf 470 Millionen. Es handle sich dabei um den ausserordentlich budgetierten Teil der Beiträge an die Kantone für die Flüchtlinge aus der Ukraine, so der Bundesrat.

Ordentliche Einnahmen: Deutlich höhere Gewinnsteuereinnahmen
Die Schätzung der ordentlichen Einnahmen wurde für das laufende Jahr um 1,9 Milliarden Franken nach oben revidiert. Die höhere Schätzung ist zur Hauptsache (+1,4 Mrd.) auf hohe Eingänge bei der Gewinnsteuer im laufenden Jahr zurückzuführen. Wie bereits im Juni kommuniziert, betrifft dies insbesondere die Kantone Luzern, Zürich und Basel-Stadt, wobei sich das hohe Wachstum in diesen Kantonen wiederum auf einige wenige Unternehmen konzentriert.
Zum Glück kaufen so wenige Elektroautos: Steuer aus Benzin und Diesel sprudelt unverhofft weiter in die Kasse
Hinzu kommen weitere temporäre Mehreinnahmen aus Genf, welche die Gewinnsteuer, aber auch die Einkommenssteuer betreffen (je +0,2 Mrd.). Diese fallen zusätzlich zu den bereits im Voranschlag 2026 berücksichtigten temporären Mehreinnahmen aus dem Kanton Genf bei der Gewinnsteuer in der Höhe von 1,2 Milliarden Franken an, nachdem die Situation in Genf aufgrund der Entwicklungen im vergangenen Jahr nochmals überprüft wurde. Bei der Mineralölsteuer wird ebenfalls mit höheren Einnahmen gerechnet (+0,3 Mrd.). Der Anteil der Elektrofahrzeuge nimmt weniger schnell zu als bisher erwartet, was den Einnahmenrückgang verlangsamt.
Ordentliche Ausgaben: Hoher Nachtragskredit für noch mehr Rüstungsausgaben
Die ordentlichen Ausgaben überschreiten das Budget voraussichtlich mit 0,8 Milliarden Franken. Dazu trägt insbesondere ein Nachtragskredit für zusätzliche Rüstungsausgaben in der Höhe von 970 Millionen Franken bei. Die Mittel werden für Systeme zur bodengestützten Luftverteidigung und für die Abwehr von Minidrohnen benötigt, findet der Bundesrat und gibt das glücklich gewonnene Geld schon wieder aus für noch mehr Spielsachen.
Diese Spielsachen könnten uns aber vielleicht dereinst das Leben retten. Und ihre Produktion – sofern in der Schweiz hergestellt – kurbelt die Schweizer Wirtschaft an. So gesehen ist es ja auch für etwas gut.
Infobox: Hochrechnung Jahresergebnis
Das Parlamentsgesetz sieht vor, dass der Bundesrat jährlich per 30. Juni und 30. September Hochrechnungen über das voraussichtliche Jahresergebnis erstellt und das Parlament darüber orientiert. Die Hochrechnung stellt eine Schätzung dar und ist entsprechend vorsichtig zu interpretieren.
Quelle: Der Schweizerische Bundesrat: Bundeshaushalt: Erste Hochrechnung 2026





