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KOF: Schweizer Löhne könnten 2027 stark steigen – Unternehmen rechnen mit Steigerung – Bausektor mit grösster Lohnerhöhung

Die Schweizer Löhne könnten bis 2027 stark steigen

Das ist eine gute Nachricht für die hart arbeitenden Schweizer: Die hiesigen Unternehmen rechnen damit, dass die Löhne bis im nächsten Jahr 2027 im Durchschnitt um 1,2% ansteigen werden. Der Aufschwung kommt! Das prognostiziert das Konjunkturforschungs-Institut KOF der ETH Zürich nach seiner grossen Umfrage bei 8000 Schweizer Betrieben.

Rund 8000 Betriebe hat das KOF im Juli 2026 befragt und den Puls genommen, wie ihre Lohnerwartungen aussehen. Rund 3500 Betriebe beantworteten die betreffende Frage. Gemäss der Umfrage rechnen die Betriebe in einem Jahr im Schnitt mit einem Lohnzuwachs von 1.2%. Das ist zwar einen Hauch weniger als im Vorjahr (1.3%), doch damit setzen sich die positiven Erwartungen zum Lohnwachstum fort. Denn seit dem Beginn der Erhebung während der Coronamassnahmen 2022 sanken die Lohnerwartungen der Schweizer Unternehmen. Nun geht es obsi! Der Median der Unternehmen planen Lohnerhöhungen im Bereich von etwa 1%. Sie können sich also schon mal überlegen, was Sie alles mit der zusätzlichen Knete kaufen wollen 🙂

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Trübe Zeit für Lohnerhöhungen seit 2023

In den gesunkenen Lohnerwartungen seit den Coronamassnahmen dürften sich gemäss KOF in erster Linie zwei Entwicklungen widerspiegelt haben: Einerseits hat sich die Lage am Schweizer Arbeitsmarkt seit 2022/2023 kontinuierlich eingetrübt: Die Arbeitslosigkeit stieg saisonbereinigt leicht an, der Fachkräftemangel habe etwas nachgelassen. 2025 wuchs die Beschäftigung kaum noch. Andererseits ist die Konsumentenpreisinflation im zurückliegenden Jahr nochmals gesunken und lag zeitweise nahe null. Seither hat die Teuerung wegen des Iran-Krieges zwar wieder leicht angezogen, trotzdem ist der Bedarf dieses Jahr 2026 geringer, die Löhne an die vergangene Teuerung anzupassen.

Freuen Sie sich: Die Reallöhne könnte 2027 überdurchschnittlich steigen

Für die Kaufkraft der Lohnbezügerinnen und Lohnbezüger ist das reale Lohnwachstum entscheidend – das Lohnwachstum nach Abzug der Teuerung. Die befragten Betriebe gaben auch an, mit welcher Teuerung sie in den nächsten zwölf Monaten rechnen. Wie schon in früheren Erhebungen erwarten sie dabei eine höhere Teuerung als die Prognoseinstitute: Während etwa das KOF für die kommenden zwölf Monate eine Teuerung von 0.5% prognostiziert, erwarten die Unternehmen 1.1%. Aus ihrer Sicht dürften die Lohnerhöhungen damit gerade ausreichen, um die Preissteigerungen auszugleichen – die Reallöhne würden in etwa stagnieren. Trifft hingegen die jüngste Prognose des KOF Instituts ein, ergibt sich aus dem erwarteten Nominallohnwachstum von 1.2% ein reales Plus von rund 0.7%. Da können Sie sich jetzt bereits schon ein wenig darauf freuen!

Das Baugewerbe erwartet die höchsten Lohnzuwächse

Zwischen den Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede. Ein vergleichsweise tiefes nominales Lohnwachstum erwarten die Betriebe im Detailhandel (0.8%), im Grosshandel (0.9%) sowie im Verarbeitenden Gewerbe und in der Finanzbranche (je 1.0%). Am deutlichsten gesunken sind die Erwartungen gegenüber dem Vorjahr innerhalb der Finanzbranche bei den Banken (von 1.4% auf 0.8%) sowie in der Chemie- und der Pharmaindustrie (je von 1.5% auf 1.0%) – was die besonderen Herausforderungen dieser Branchen widerspiegeln dürfte: Die Pharmaindustrie steht unter dem Druck der US-Regierung, ihre Preise zu senken, die Chemieindustrie spürt die US-Zölle und die infolge des Krieges im Iran gestiegenen Energiepreise, und bei den Banken könnte die laufende Integration der Credit Suisse in die UBS die Lohnentwicklung dämpfen.

Deutlich heraus sticht aber das Baugewerbe – die einzige Branche, in der die Betriebe nominal und real mit einem höheren Lohnwachstum rechnen als vor einem Jahr: Sie erwarten ein nominales Plus von 2.0% (Vorjahr: 1.6%). 90% der Baubetriebe rechnen mit einem Lohnwachstum von mindestens 1%, während in allen anderen Branchen mindestens jeder zehnte Betrieb davon ausgeht, dass die Löhne nicht steigen werden. Ein Grund für diesen Optimismus könnte der anhaltende Fachkräftemangel, verbunden mit der guten Auftragslage in der Baubranche, sein.

Infobox: So werden die Lohnbefragungen durch das KOF Institut durchgeführt

Seit 2022 erhebt das KOF in jedem Quartal Daten zu den Lohnerwartungen der Betriebe des privaten Sektors in der Schweiz. Die Befragung findet im Rahmen der vierteljährlichen Konjunkturbefragungen statt, bei der das KOF rund 8000 Schweizer Betriebe befragt. Die Umfragen enthalten eine quantitative Frage zu den Erwartungen der Umfrageteilnehmenden, wie sich die Bruttolöhne in ihren Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten entwickeln werden. Die Auswertung dieser Antworten ist im Juli besonders interessant, da die Frage die Erwartungen der Firmen zur kommenden Lohnrunde abgreift. Die einzelnen Unternehmensantworten werden mit Beschäftigungsgewichten aggregiert. Im Rahmen der Umfrage werden die Firmen auch nach der erwarteten Konsumentenpreisinflation in den kommenden zwölf Monaten befragt. Durch Kombination der Lohn- und Preisantwort können daher Rückschlüsse auf das Reallohnwachstum gezogen werden, welches die Betriebe erwarten. Aufgrund der grossen Stichprobengrösse lassen die Daten auch zuverlässige Schlüsse zu, in welchen Branchen die Betriebe mit einem grösseren Lohnwachstum rechnen.

Quelle: KOF: KOF Lohnumfrage 2026

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