Pssst! Heute ist der Internationale Tag gegen Lärm 2014 – „Lärm ist immer nur das Geräusch anderer“

Alljährlich ruft der «Tag gegen Lärm» die Lärmproblematik wieder in Erinnerung. Mit diversen Aktionen wird die Öffentlichkeit über verschiedene Aspekte des Lärms informiert.

Lärm ist subjektiv

Ob ein Geräusch stört oder nicht, wird von jedem Menschen unterschiedlich beurteilt. Dabei spielen Tätigkeit, Tageszeit und Umgebung eine wichtige Rolle. Aber auch, ob und wie langanhaltend bedrängt wir uns von der Gegenwart anderen Menschen fühlen.

Vielleicht ist man deshalb in den Städten eher Lärm geplagt, als auf dem Land, obwohl auf dem Land eigentlich gar nicht Stille herrscht, sondern ständig Traktoren knattern, Kuhglocken bimmeln, allfeierabendlich die Armada von Rasenmähern aufheult und viertelstündlich die Kirchenuhr drei Gebäude entfernt anschlägt. Es tosen Bäche und Wälder rauschen im Sturm, Vögel und pubertierende Teenager verteidigen ihre Reviere und balzen schrill um die Gunst des hübschesten Weibchens, Flugzeuge donnern im Sinkflug Richtung Kloten. Es ist in einigen Stadtquartieren ruhiger als zwischen einem Bauernbetrieb und der Kirche auf dem Land – und trotzdem empfinden wir es als eine Oase der Ruhe.

„Der eigene Hund macht keinen Lärm, er bellt nur.“

Das könnte damit zusammenhängen, dass man auf dem Land mehr Raum hat und nicht dauernd unfreiwillig an die Gegenwart anderer erinnert wird. Denn empfundener Lärm ist immer das Geräusch der Anderen. Sein eigenes kreischendes Lachen mitten in der Nacht, oder das Aufheulenlassen des eigenen Motorrades vor der Garage empfindet man selber nicht als Lärm. Für den, der verzückt am Gasgriff dreht, ist es wohl pure Synfonie. Kurt Tucholsky sagte schon: „Der eigene Hund macht keinen Lärm, er bellt nur.“

Nur der Lärm der anderen stört. So ist wohl ein guter Ansatz im Umgang mit Lärm, dass man sich dem Anderen öffnet, sich für den anderen interessiert. Und sich hin und wieder eine Auszeit in die Einsamkeit gönnt. Auch wenn die Einsamkeit und Stille vielleicht schlussendlich nur dazu dient, dass man sich danach wieder nach den Menschen – und ihrem „Lärm“ – sehnt.

 

Quellen: Hear The World Foundation, laerm.ch

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