Prognose bis 2022 zeigt: Es braucht mehr Lehrer in allen Kantonen!

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Neuchâtel, 01.10.2013 (BFS) – Das Bundesamt für Statistik (BFS) stellt seine neuen 10-Jahres-Szenarien für das ganze Bildungssystem vor. Die wichtigsten Ergebnisse sind ein allgemeiner Anstieg der Schülerbestände und ein zunehmender Bedarf an neuen Lehrkräften in der obligatorischen Schule in allen Kantonen, ein erneuter Anstieg der Schülerzahlen ab 2019 und eine Stabilisierung des Bedarfs an neuen Lehrkräften auf der Sekundarstufe II sowie ein möglicher Unterbruch des Anstiegs der Studierendenzahl an den universitären Hochschulen.

Lehrkräfte der obligatorischen Schule: erste Ergebnisse auf kantonaler Ebene für den Bedarf an neuen Lehrkräften 
Die Zahl der Pensionierungen von Lehrkräften der obligatorischen Schule nähert sich mit 65 Prozent mehr Pensionierungen im Jahr 2012 als 2006 einem Höchststand. Auf der Primarstufe wird der Bedarf an neuen Lehrkräften vermutlich in allen Schweizer Kantonen zunehmen. Einige Kantone könnten in den nächsten fünf Jahren sogar Anstiege von über 30 Prozent aufweisen. Auf der Sekundarstufe I dürfte die Hälfte der Kantone in den nächsten fünf Jahren einen Rückgang bei der notwendigen Rekrutierung von neuen Lehrkräften verzeichnen.

Ab 2015 Anstieg der Schülerbestände in der gesamten obligatorischen Schule
Der seit 2003 anhaltende Rückgang der Schülerbestände in der gesamten obligatorischen Schule (-50’000 Schülerinnen und Schüler zwischen 2003 und 2012, d.h. -6%) wird voraussichtlich in zwei Jahren ein Ende finden. Danach dürfte die Anzahl Schülerinnen und Schüler wieder ansteigen und im Jahr 2022 den Wert von 2012 (710’000) um 48’000 übersteigen (+7%).

Lehrkräfte der Sekundarstufe II: Zahl der Austritte sowie Bedarf an neuen Lehrkräften stabil
Zum ersten Mal wurden Szenarien für die Lehrkräfte der Sekundarstufe II erarbeitet. Anders als bei der obligatorischen Schule dürften die Zahl der Pensionierungen und der Bedarf an neuen Lehrkräften auf der Sekundarstufe II bei den allgemeinbildenden Ausbildungen sowie bei der beruflichen Grundbildung im Allgemeinen stabil bleiben. Die Frauen stellen bei den Lehrkräften der obligatorischen Schule die Mehrheit dar. Dies wird ab 2017 auch für die allgemeinbildenden Ausbildungen der Sekundarstufe II erwartet (2012: 46%; 2022: 53%).

Sekundarstufe II: Auf leichte Abnahme der Schülerbestände folgt ab 2019 ein erneuter Anstieg 
Die Bestände des ersten Jahres der beruflichen Grundbildung werden zwischen 2012 und 2018 voraussichtlich leicht abnehmen (-3%), dann leicht ansteigen (+2% von 2018 bis 2022) und in eine erneute Wachstumsphase übergehen. In den gymnasialen Maturitäts- sowie den Fachmittelschulen wird bei den Beständen des ersten Jahres in den nächsten Jahren nur eine leichte Verringerung erwartet (-4% von 2012 bis 2018), gefolgt von einem erneuten Anstieg (+3% von 2018 bis 2022). 

Minime Zunahme der Studierendenzahl an den universitären Hochschulen 
Aufgrund der möglichen Stagnation mehrerer bedeutender Faktoren – Zahl der gymnasialen Maturitäten, Übertritt an universitäre Hochschulen (UH) und Zahl der neuen ausländischen Studierenden – wird die Zahl der Studierenden an UH bis 2022 voraussichtlich lediglich um durchschnittlich 0,8 Prozent pro Jahr zunehmen (gegenüber +3% pro Jahr zwischen 2002 und 2012).
An den Fachhochschulen (FH) dürfte die Studierendenzahl hingegen deutlicher ansteigen (+3% pro Jahr zwischen 2012 und 2016, dann +1% pro Jahr bis 2022). Die Gründe dafür sind der Anstieg der Zahl der Berufsmaturitäten und der immer häufigere Übertritt an FH nach dem Erwerb der Berufsmaturität.

Moderater Rückgang des Anteils der Personen ohne nachobligatorische Ausbildung 
Der Anteil der Personen mit Tertiärabschluss (Hochschulen und höhere Berufsbildung) an der Bevölkerung zwischen 25 und 64 Jahren dürfte von 37% im Jahr 2012 auf 45% im Jahr 2022 ansteigen. Der Anteil der Personen ohne nachobligatorische Ausbildung wird voraussichtlich abnehmen, im Jahr 2022 jedoch nach wie vor mehr als 10% betragen (2012: 14%). In der ausländischen Bevölkerung dürfte der Anteil von 28% im Jahr 2012 auf 23% im Jahr 2022 zurückgehen, womit der Rückgang etwas geringer ausfällt als in der Vergangenheit erwartet.

 

Quelle: Bundesamt für Statistik
Bild: cc_godfer-Fotolia.com

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