Zahlungsmittelumfrage 2025: 98% der Schweizer wollen Bargeld behalten – Bargeld ist sicherer als Kartenzahlungen

Zahlungsmittelumfrage 2025

Die Schweizerische Nationalbank SNB führte im Herbst 2025 erneut eine Zahlungsmittelumfrage bei Privatpersonen durch. Rund 2000 Personen mit Wohnsitz in der Schweiz wurden online oder telefonisch zu ihrem Zahlungsverhalten befragt und erfassten während einer Woche ihre alltäglichen Zahlungen in einem Tagebuch. Dieser Bericht gibt die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage wieder.

Werbung
Gastartikel Aktion

Debitkarte beliebtestes Zahlungsmittel vor Bargeld

Die Debitkarte ist bei alltäglichen Zahlungen vor Ort (Kasse, Schalter, Automat) weiterhin das am häufigsten eingesetzte Zahlungsmittel, gefolgt von Bargeld und Bezahl-Apps wie zum Beispiel TWINT. Die Wahl des Zahlungsmittels variiert dabei stark mit soziodemografischen Eigenschaften. Die Unterschiede zwischen den Alters- und Einkommensgruppen haben sich über die letzten Jahre verstärkt. Seit 2020 reduzierte sich der Transaktionsanteil von Bargeld bei den unter 55-jährigen Personen um rund 17 Prozentpunkte und bei den Personen ab 55 Jahren um 13 Prozentpunkte.

Zahlungen im Distanzgeschäft, insbesondere in Onlineshops und in Apps, werden am häufigsten mit Bezahl-Apps getätigt. Bei der Bezahlung von Rechnungen ist das Online Banking, welches auch die Mobile-Banking-Apps einschliesst, das bevorzugte Zahlungsmittel.

Zahlungsmittel Umfrage ergibt: Es wird plötzlich wieder mehr Bargeld verwendet

Für Zahlungen zwischen Privatpersonen bleiben das Bargeld und die Bezahl-Apps die beliebtesten Zahlungsmittel. Auffallend ist, dass im Vergleich zum Vorjahr wieder häufiger Bargeld verwendet wird (2025: 62%, 2024: 55%).

Bei alltäglichen Einkäufen bei grossen Händlern wird am häufigsten die Debitkarte eingesetzt. Bargeld wird besonders häufig zur Zahlung bei kleinen Händlern, Dienstleistungen ausser Haus und in der Gastronomie verwendet. Im öffentlichen Verkehr werden Billette überwiegend mit Bezahl-Apps bezahlt, während Bargeld vergleichsweise wenig eingesetzt wird.

98% wollen auch weiterhin Bargeld haben – nur 2% möchten Bargeld abschaffen

Die grosse Mehrheit der Befragten spricht sich wie bisher dafür aus, dass Bargeld auch in Zukunft zur Verfügung steht. Dieses Bedürfnis besteht über alle Altersgruppen hinweg. Der Anteil der Befragten, die Bargeld unverändert nutzen möchten, hat sich seit 2022 stetig erhöht. Die 2% der Befragten, die sich für eine Abschaffung von Bargeld aussprechen, begründen dies damit, dass sie keinen Mehrwert im Vergleich zu bargeldlosen Zahlungsmitteln sehen, es für unpraktisch halten oder dass Bargeld für illegale Geschäfte genutzt werde.

Die meisten Befragten verfügen über Debit- und Kreditkarten, Bezahl-Apps sowie einen Zugang zum Online Banking. Während Innovationen im Zahlungsmittelmarkt in der Vergangenheit jeweils den Besitz von bargeldlosen Zahlungsmitteln stark erhöht haben, sind die Besitzanteile nun gegenüber dem Vorjahr beinahe unverändert. Der Besitz von Kryptowährungen und Stablecoins ist im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen. Für Zahlungen bleiben diese aber weiterhin irrelevant. Nur 0,4% der Befragten geben an, Kryptowährungen und Stablecoins für Zahlungszwecke zu nutzen.

Bankomaten-Sterben: Bargeld sollte wieder besser verfügbar sein

Die Zufriedenheit mit den Möglichkeiten, Bargeld zu beziehen, ist rückläufig. 17% der Befragten geben an, es gebe zu wenig Bezugspunkte (2024: 10%). Die abnehmende Zufriedenheit dürfte darauf zurückzuführen sein, dass sich die Anzahl der Geldautomaten – der am häufigsten genutzten Bezugsquelle – seit Durchführung der letzten Umfrage um rund 5% reduzierte. Mit den Möglichkeiten zur Bargeldeinzahlung zeigen sich 25% der Befragten unzufrieden. Die Mehrheit der Befragten erreicht ihre bevorzugte Bargeldbezugsstelle zu Fuss oder mit dem Auto, nur 9% nutzen den öffentlichen Verkehr. Der zeitliche Aufwand, um die nächste Bezugsstelle zu erreichen, wird von 46% als sehr gering eingeschätzt (2024: 52%). Im Durchschnitt erachten die Befragten 12 Minuten als zumutbar.

Kennen Sie schon Instant-Zahlungen?

Im Jahr 2024 wurden in der Schweiz Instant-Zahlungen eingeführt. Anders als bei herkömmlichen Zahlungen mit Karten oder Bezahl-Apps, erlauben Instant-Zahlungen eine sofortige Abwicklung von Konto-zu-Konto-Zahlungen (siehe Glossar). Die Mehrheit der Befragten hat bereits von Instant-Zahlungen gehört. Dabei ist die Bekanntheit in der italienischsprachigen Schweiz und in der Westschweiz grösser als in der deutschsprachigen Schweiz. Mindestens einmal wurden Instant-Zahlungen am häufigsten von der jüngsten Altersgruppe genutzt. Bei Personen, die bisher keine Instant-Zahlungen getätigt haben, war das fehlende Bedürfnis für sofortige Überweisungen der meistgenannte Grund.

Bargeldhaltung zu Hause – wie viel Geld haben Sie unter dem Kopfkissen?

Mehr als die Hälfte der Befragten erachtet es grundsätzlich als sinnvoll, zu Hause oder in einem Schliessfach eine Bargeldreserve zu halten. Über die letzten fünf Jahre ist dieser Anteil deutlich angestiegen. Ein Grossteil der Befragten trägt Bargeld im Portemonnaie mit sich (89%). Deutlich mehr als die Hälfte gibt an, Bargeld zu Hause oder in einem Schliessfach zu halten (2025: 69%, 2022: 70%). Knapp zwei Drittel der Umfrageteilnehmer tut dies, um damit alltägliche Ausgaben zu bestreiten. Ein Drittel gibt an, eine Reserve an Bargeld zu Hause zu halten, die nicht für alltägliche Ausgaben gedacht ist. Stattdessen dient sie für unvorhergesehene Ausgaben, als Reserve bei technischen Störungen oder als Sicherheitspolster im Fall einer politischen oder wirtschaftlichen Krise.

50% erlebten schon Störungen bei Zahlungsmitteln

Rund die Hälfte der Befragten hat in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Situation erlebt, in der ein Zahlungsmittel von einem Leistungserbringer nicht akzeptiert wurde oder nicht erwünscht war. Gegenüber den Vorjahren fällt auf, dass solche Situationen öfter dazu geführt haben, dass die Zahlung nicht zustande kam. Weniger als die Hälfte der Befragten hat in den letzten zwölf Monaten eine technische Störung bei einem Bezahlvorgang erlebt. Im Vergleich zu den Vorjahren reduzierte sich somit die Anzahl der Situationen, bei denen aufgrund technischer Störungen nicht mit dem gewünschten Zahlungsmittel bezahlt werden oder die Zahlung gar nicht stattfinden konnte.

Unglaublich aber wahr: Bargeld ist sicherer als Bargeldlose Zahlungsmittel

Die Zahlungsmittelumfrage 2025 ergab auch etwas Interessantes: Mehr Befragte haben einen finanziellen Schaden im Rahmen der Nutzung von bargeldlosen Zahlungsmitteln erlitten als bei der Nutzung von Bargeld (7% und 4%). Nur jeweils 2% geben an, dass ihnen innerhalb der letzten zwölf Monate Bargeld gestohlen wurde oder dass sie es verloren haben.

Schaden bei Bargeldzahlung kleiner als bei Kartenzahlung

Bei den bargeldlosen Zahlungsmitteln sind Debit- und Kreditkarten am häufigsten von finanziellen Schäden betroffen. Die Höhe des erlittenen finanziellen Schadens liegt in den meisten Fällen unter 200 Franken. Bei bargeldlosen Zahlungsmitteln ist die Schadensumme im Durchschnitt höher als bei Bargeld.

Fazit / Zusammenfassung

  • Bei Zahlungen vor Ort veränderte sich die Zahlungsmittelnutzung gegenüber 2024 nur geringfügig. Die Debitkarte bleibt das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel, gefolgt vom Bargeld und von Bezahl-Apps.
  • Ein Grossteil der Bevölkerung trägt Bargeld bei sich, besitzt sowohl Debitkarten als auch Kreditkarten und verfügt über Bezahl-Apps. Je nach Zahlungssituation und -zweck werden diese Zahlungsmittel unterschiedlich eingesetzt. Trotz der Vielfalt an bargeldlosen Zahlungsmitteln wird Bargeld weiterhin regelmässig genutzt.
  • Personen mit hohem Einkommen und Personen in jüngeren Altersgruppen nutzen Bargeld deutlich weniger häufig. Die Unterschiede zwischen den Alters- und Einkommensgruppen haben sich in den letzten Jahren verstärkt.
  • Instant-Zahlungen ermöglichen es Privatpersonen und Unternehmen, Transaktionen von Konto zu Konto zu tätigen, die sofort ausgeführt und abgewickelt werden. Etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung kennt die neue Zahlungsmöglichkeit; ein Viertel der Bevölkerung hat sie bereits mindestens einmal genutzt.
  • Rund die Hälfte der Bevölkerung erlebte im vergangenen Jahr Akzeptanzeinschränkungen bei der Zahlungsmittelwahl. Im Vergleich zu den Vorjahren war davon zunehmend Bargeld betroffen.
  • Die Zufriedenheit mit dem Zugang zu Bargeld sank im letzten Jahr spürbar: Noch 81% der Bevölkerung waren mit den Möglichkeiten, Bargeld zu beziehen, zufrieden (2024: 88%). Der Rückgang dürfte auf den anhaltenden Abbau von Bezugsstellen wie Geldautomaten zurückzuführen sein.
  • In der Bevölkerung besteht das Bedürfnis, dass Bargeld auch in Zukunft zur Verfügung steht und als Zahlungsmittel eingesetzt werden kann. Lediglich 2% der Befragten sprachen sich für eine Abschaffung von Bargeld aus.

Quelle: Schweizerische Nationalbank SNB: „Zahlungsmittelumfrage 2025 bei Privatpersonen“

Nach oben scrollen