So, nun geht es aber los mit Kaffeebrauen. Die Kapseln passen perfekt in die Nespresso-Maschine, das Gerät verzieht keine Miene, als wir es mit den Denner-„Plagiaten“ bestücken. Die Kapsel wird auch sauber wieder ausgeworfen, was wir zuerst testen, in der Erwartung jeweils mit einem Schraubenzieher nachhelfen zu müssen – auch das hätten wir bei einem Preis von 25 Rappen für einen Kaffee auf uns genommen.
Nichts für Eilige
Der Kaffee sodann fliesst gemächlich in das Tässchen, lässt sich wie es sich für eine echte italienische Diva gehört, reichlich Zeit mit Platznehmen. Ein perfektes Schäumchen ziert sie als Krone, ein Duft aus tausendundeiner arabischen Nächten entströmt ihrem dunklen Körper, schaukelnd wiegt sie sich in ihrem Tassensitz und schaut uns aus schwarzglühenden Augen sündig an.
Die Sorte Dolce Vita
Dann leider etwas die Ernüchterung: Die südliche Schönheit schmeckt eher nach Vreneli Müller. Die „besten Kaffeesorten aus hochgelegenen Anbaugebieten Costa Ricas und Brasiliens“ haben reichlich Säure und Bitterkeit. Wurde da noch etwas Grünzeug aus Grossvater Schweris Garten mithineingehäckselt? Dafür dann aber ein Nachgeschmack der betört und einem ein Leben lang herzschmerzend im Gaumengedächtnis bleibt! Im Nachgeschmack entschwebt die Dennerdiva in warmem, tabakigem Hauch, der sich Zigarrendunst gleich dem Gaumen entlang kringelt, sich langsam aufwölkt und stundenlang theatralisch Schwanenseegleich entschwindend stirbt. Wunderbar! Etwas handgreiflich und herausfordernd bei der Begrüssung dann absolut dramatisch beim Abschied. Ein Kaffee für aktionale Genussmenschen!






