Science-Fiction im Thurgau: Selbstfahrende Postautos schon ab nächsten Monat, regulärer Betrieb ab 2027

Postauto selbstfahrender Bus 2025

Das Schweizer Transportunternehmen des Bundes „PostAuto AG“ lanciert heute ein futuristisches Angebot für den Öffentlichen Verkehr: In der Ostschweiz sollen bereits ab 2027, das ist schon in etwas mehr als einem Jahr, vollautonome, selbstfahrende Autos zum Einsatz kommen, die keinen Chauffeur mehr hinter dem Lenkrad haben! Die Testfahrten mit den Geisterbussen starten schon nächsten Monat im Dezember 2025. Falls Ihnen dabei gleich „Speed“ Filmszenen mit Sandra Bullock und Keanu Reeves in den Sinn kommen, von schreiende Passagieren, die gefangen in einem selbstfahrenden Bus unaufhaltsam durchs Land rasen, dann können wir Sie beruhigen und haben weitere Details für Sie:

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Vollautomatische Schweizer Postautos – vor allem für ländliche Regionen

Mit «AmiGo» startet PostAuto eine neue Ära im öffentlichen Verkehr: Das Angebot an vollautomatisch fahrenden kleinen Bussen vom Typ „Apollo RT6“, ergänzt künftig das heutige Angebot dort, wo Gebiete mit dem klassischen Linienverkehr nicht optimal erschlossen sind – zum Beispiel in ländlichen und weniger gut erschlossenen Regionen oder zu Randzeiten.

Erste selbständig fahrende Postautos schon im Dezember 2025 – aber noch ohne Passagiere

Ziel ist es, ein reguläres Mobilitätsangebot mit automatisierten Fahrzeugen im Einsatzgebiet aufzubauen und weiterzuentwickeln. Bereits im Dezember 2025 werden die ersten Fahrzeuge Testfahrten durchführen. Die ersten Autos aber fahren noch ohne Passagiere, und haben einen Sicherheitsfahrer an Bord, der im Notfall den roten Knopf drücken und selbst ins Geschehen eingreifen kann.

Dass es sich bei den Test-Fahrern um Sandra Bullock und Keanu Reeves handelt, können wir defintiv nicht bestätigen 🙂

Neues Konzept: Bus kommt auf Anfrage und nicht mehr im starren Fahrplan

Die selbstfahrenden Fahrzeuge werden auf Abruf verfügbar sein, der starre Takt-Fahrplan ist also Geschichte. Die Kunden buchen die Fahrt per App.

„Ride Pooling“: Der selbstfahrende Bus nimmt andere Passagiere mit

Fahren zudem zur gleichen Zeit bis zu 3 weitere Personen eine ähnliche Strecke, wird das System die Fahrten zudem zusammenlegen können. Das nennt sich „Ride-Pooling“. Diese Fahrgemeinschaften verbessern die Auslastung der Fahrzeuge. So entsteht ein flexibles, bedarfsgerechtes Angebot, das die Mobilität noch effizienter, nachhaltiger und kundenfreundlicher macht. Jedes Fahrzeug bietet Platz für bis zu 4 Fahrgäste und genügend Stauraum für Gepäck. Die gesamte Flotte ist elektrisch betrieben.

Mit «AmiGo» lanciert PostAuto erstmals ein automatisiertes Angebot, das künftig als reguläres Mobilitätsangebot und als Teil des öffentlichen Verkehrs betrieben werden soll.

Test-Start im Dezember 2025

Ab Dezember 2025 werden die ersten Fahrzeuge für Kartografierungsfahrten in der Region unterwegs sein – noch ohne Kundschaft und mit Sicherheitsfahrer an Bord. Die Datenverarbeitung wird in Einklang mit dem Schweizer Datenschutzgesetz nDSG und der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung der EU) erfolgen.

Ab 2026 starten Touren ganz ohnen Fahrer

Ab dem ersten Halbjahr 2026 sind erste Testfahrten mit einer ausgewählten Nutzergruppe geplant – weiterhin mit Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern an Bord. Sofern alle Sicherheits- und Qualitätsanforderungen erfüllt sind, werden im Verlauf des Jahres 2026 erste Fahrten ohne Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern durchgeführt.

Ab 2027 regulärer Betrieb mit 25 Bussen – grösstes Angebot Europas

Der reguläre Betrieb wird voraussichtlich im ersten Quartal 2027 aufgenommen. Mit künftig 25 Fahrzeugen ist «AmiGo» zum jetzigen Zeitpunkt das grösste geplante Angebot mit automatisierten Fahrzeugen im europäischen Raum.

Vor der Lancierung des Testbetriebs werden in der Region Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung stattfinden. Hierzu wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert.

Kooperation vieler Partner – mit chinesischem Unternehmen „Apollo Go“

Das Angebot wird von den Bundesämtern für Verkehr (BAV) und Strasse (ASTRA), den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Thurgau, dem Touring-Club Schweiz (TCS) sowie weiteren Partnern unterstützt. Technologiepartnerin ist das Chinesische Unternehmen von Baidu „Apollo Go“, das bereits heute weltweit mehr als tausend automatisierte Fahrzeuge betreibt.

Was für selbstfahrende Fahrzeuge verwendet PostAuto AmiGo?

PostAutos chinesischer Partner Apollo Go setzt auf ein in Eigenregie entwickeltes Elektroauto „Apollo RT6“. Der Apollo RT6 ist eine Mischung aus Van und SUV mit Schiebetüren. Apollo Go entwickelt das Fahrzeug mit verschiedenen Partnern zusammen, wie Nissan, Kia, Hyundai und chinesischen Herstellern BAIC und FAW.

PostAuto setzt auf Apollo RT6

Der Apollo RT6 wird batterie-elektrisch angetrieben und verfügt über ein abnehmbares Lenkrad, das noch mehr Platz schafft. Je nach Bedarf bietet es vier zusätzliche Sitzplätze sowie kleine Tische und Bildschirme für die 4 Passeggeri im Innenraum, je nach gewählter Ausstattung.

Quelle: Postauto AG: «AmiGo»: PostAuto bringt automatisierte Fahrzeuge in die Ostschweiz
Bilder: © Renderings von Postauto AG, Alpenbild von HappyTimes mit Hilfe von ChatGPT