Verglichen mit dem Vorjahr sind die Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im zweiten Quartal 2026 um 0,4 Prozent gestiegen. In den letzten 12 Monaten verursachte eine versicherte Person durchschnittlich Kosten in der Höhe von 4’834 Franken. Das sind 21 Franken mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen basieren auf den Rechnungen, die von den Versicherern in den genannten Zeiträumen verarbeitet wurden. Wir zeigen Ihnen in unserem exklusiven Kuchendiagramm, was im Gesundheitswesen welchen Teil der Kosten verursacht.
Was verursacht die meisten Kosten der Schweizer Krankenkassen?
Bei den aktuellen Zahlen des Monitorings der Kostenentwicklung in der Krankenversicherung verzeichnen fast alle Leistungsarten einen Anstieg der Ausgaben. Die Analyse nach Kostengruppen zeigt folgende grösste Steigerungen:
- Spitex-Organisationen + 14,9 Prozent / plus 24 Franken
- Psychotherapie durch Psychologen + 10,9 Prozent / plus 9 Franken
- Physiotherapie + 7,2 Prozent / plus 13 Franken
Arztbesuche der Schweizer kosten am meisten
Die Hauptanteile der jährlichen Gesundheitsausgaben von 4’834 Franken pro versicherte Person stammen aus ambulanten Behandlungen durch Ärzte (1’101 Franken/plus 73 Franken), der Abgabe von Arzneimitteln durch Apotheken oder Ärzte (913 Franken/plus 28 Franken), stationären Spitalbehandlungen (899 Franken/plus 14 Franken) sowie ambulanten Spitalbehandlungen (807 Franken/minus 150 Franken).

300 Millionen eingespart – Kostendämpfende Massnahmen geben Hoffnung
Steigende Gesundheitskosten haben leider immer auch steigende Krankenkassenprämien zur Folge. Diese sind für viele Menschen eine finanzielle Belastung. Deshalb ist die Dämpfung des Kostenwachstums eine Daueraufgabe aller Beteiligten. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) und das BAG setzen sich seit Jahren für die Kostendämpfung im Gesundheitswesen ein. Leider bisher aus der Sicht der Versicherten relativ gesehen erfolglos: Die Prämien steigen fast jährlich.
Doch es besteht Hoffnung: Die Teilnehmenden am Runden Tisch zur Kostendämpfung unter der Leitung von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider im Oktober 2025 haben sich auf Massnahmen geeinigt, mit denen rund 300 Millionen Franken eingespart werden sollen. Diese Massnahmen befinden sich nun in der Umsetzung. Gleichzeitig arbeiten die Teilnehmenden des Runden Tisches an weiteren, neuen kostendämpfenden Massnahmen.
Bemerkung zu den Zahlen vom BAG: Die Einführung des neuen Gesamttarifsystems für ambulante ärztliche Leistungen hat Abrechnungsverzögerungen im ambulanten Spitalbereich zur Folge. Dies führt zu einem Kostenrückgang in diesem Bereich. Wann die Verzögerungen aufgeholt werden und wie hoch die Kostenentwicklung dadurch ausfallen wird, ist derzeit nicht klar abschätzbar.
Quelle: Bundesamt für Gesundheit: Monitoring der Kostenentwicklung in der Krankenversicherung
Bild: © HappyTimes basierend auf den aktuellen Zahlen im Artikel des BAG, erstellt durch ChatGPT






