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Schweizer fällten 2025 rund 4,9 Millionen Kubikmeter Holz – Steigerung zum Vorjahr – so funktioniert nachhaltige Waldwirtschaft

Die Schweizer Forstbetriebe und Bauern waren 2025 wieder sehr fleissig: Im vergangenen Jahr belief sich die Holzernte auf knapp 4,9 Millionen Kubikmeter. Sie lag damit +1,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Besonders gefragt ist Holz als Energielieferant, was bei den hohen Ölpreisen nicht verwundert. Die Ernten von Stamm- und Industrieholz gingen hingegen leicht zurück. Besonders Hackholz gewinnt seit Jahren an Bedeutung und macht inzwischen 30 Prozent der gesamten Holzernte aus. Damit hat sich der Anteil des Energieholzes innerhalb der letzten 20 Jahren verdoppelt. Dies zeigen die neuesten Zahlen der Forststatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS).

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Nur ernten was nachwächst: So funktioniert nachhaltige Waldwirtschaft

Bevor Sie sich vielleicht entsetzen, dass die schönen alten Bäume im Wald gefällt werden, das nennt sich „nachhaltige Forstwirtschaft“ und unterliegt einem ausgeklügelten System: Es werden nicht einfach wahllos Bäume gefällt, sondern nur so viele, wie langfristig wieder nachwachsen. Entweder durch Pflanzungen des Forstunternehmens, oder ganz natürlich durch Samen. Vereinfacht gesagt: Wenn ein Baum 50 bis 100 Jahre benötigt um zur Ernte-Reife hoch zu wachsen, kann man jedes Jahr 1% bis 2% des ganzen Waldes ernten. Gleichzeitig wachsen ständig neue, junge Bäume heran. Dieses Gleichgewicht zu planen und umzusetzen ist der Beruf des Försters und der Forstbetrieben.

Schweizer Forstunternehmen fällten 4,9 Millionen Kubikmeter Holz

In den Schweizer Wäldern wurden im Berichtsjahr knapp 4,9 Millionen Kubikmeter Holz geerntet und auf den Markt gebracht. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 55’000 Kubikmetern. Ein Plus von +1,1%. Nach zwei rückläufigen Jahren (2023 und 2024) nahm die Holzernte im Berichtsjahr wieder leicht zu.

Infobox: Die 3 verschiedene Holz Nutzungsarten

Stammholz: Das sind die dicken, geraden und hochwertigen Teile eines Baumstamms. Sie werden vor allem zu Brettern, Balken oder Möbeln verarbeitet. Stammholz ist das wertvollste Holz.

Industrieholz: Dieses Holz ist für den Bau oder Möbel meist nicht gut genug. Es wird zerkleinert und in der Industrie weiterverarbeitet, zum Beispiel zu Papier, Karton, Spanplatten oder Holzfaserplatten.

Hackholz: Das ist Holz, das zu kleinen Holzschnitzeln (Hackschnitzeln) verarbeitet wird. Es dient vor allem zum Heizen in Holzheizungen und Heizkraftwerken und gehört deshalb zum Energieholz. Dafür werden oft dünne Stämme, Äste oder Holz verwendet, das sich nicht für andere Zwecke eignet.

Energieholz erstmals auf Augenhöhe mit Stammholz

Stammholz war in den vergangenen Jahren etwas weniger gefragt. Dessen Ernte ging gegenüber dem Vorjahr um -0,1% zurück und belief sich auf knapp 2,2 Millionen Kubikmeter. Damit machte sie aber immer noch rund 45% der gesamten Holzernte aus. Vor 20 Jahren lag der Anteil an Stammholz bei knapp 70%.

Auch die Industrieholzernte nahm leicht ab. Mit rund 0,5 Millionen Kubikmetern lag sie um 0,7% unter dem Vorjahreswert. Industrieholz macht etwa 10% an der ganzen Holzernte aus.

Schnitzel und Pellet-Heizungen: Holz als Energielieferant boomt

Deutlich an Bedeutung gewonnen hat hingegen das Energieholz. Sein Anteil an der gesamten Holzernte ist in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich gestiegen und hat sich seither verdoppelt. Im Berichtsjahr wurden rund 2,2 Millionen Kubikmeter Energieholz geerntet, was annähernd 45% der gesamten Holzernte entspricht. Damit erreichte die Energieholzernte erstmals das Niveau der Stammholzernte.

Massgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen hat das Hackholz, das inzwischen 30% der gesamten Holzernte ausmacht. Seine steigende Bedeutung dürfte vor allem auf die wachsende Nachfrage nach Holz als Energiequelle sowie den Ausbau von Holzheizungen und Wärmeverbünden zurückzuführen sein.

Kanton Bern grösster Produzent von Holz, Zürich auf Platz 3

In drei der fünf grössten Waldkantone nach Waldfläche nahm die Holzernte im Berichtsjahr zu: Bern mit +8,2%, das Wallis sogar mit +37,3%, das Tessin mit +15,1% In Graubünden (–5,5%) und Waadt (–3,4%) wurde dagegen weniger Holz geerntet verzeichnet.

Mit 0,96 Millionen Kubikmetern führt der Kanton Bern die Rangliste der grössten Waldholzproduzenten an. Es folgen die Kantone Waadt (0,43 Mio. m³), Zürich (0,37 Mio. m³), Graubünden (0,35 Mio. m³) und Aargau (0,34 Mio. m³).

Deutliche Unterschiede bei den Holzsortimenten

Die Zusammensetzung der Holzernte unterscheidet sich von Kanton zu Kanton. In Bern, der Waadt und St. Gallen bestand im Berichtsjahr 50% und mehr der geernteten Menge aus Stammholz. In Zürich und Aargau machte dagegen Hackholz rund 45% der Holzernte aus. Besonders ausgeprägt war die Bedeutung des Stammholzes in Graubünden, wo gut 60% der Erntemenge auf dieses Sortiment entfielen. Im Tessin hingegen spielte Stückholz eine vergleichsweise wichtige Rolle: Sein Anteil an der Erntemenge lag beinahe so hoch wie der Stammholzanteil in Graubünden.

Zwei Drittel der Holzernte stammen von Nadelbäumen

In den Schweizer Wäldern wurden im Jahr 2025 3,2 Millionen Kubikmeter Nadelholz geerntet. Damit entfielen rund zwei Drittel der gesamten Holzernte auf Nadelbäume. Laubholz machte mit über 1,6 Millionen Kubikmetern beziehungsweise einem Drittel der Erntemenge den übrigen Anteil aus. Dieses Verhältnis hat sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert.

Regional entwickelten sich die Erntemengen jedoch unterschiedlich. Die Nadelholzernte nahm in den Voralpen (+3,6%) und Alpen (+3,2%) zu, während in den übrigen Forstzonen Rückgänge verzeichnet wurden. Beim Laubholz zeigte sich ein differenzierteres Bild: Im Jura (+3,8%), im Mittelland (+2,8%), in den Alpen (+3,8%) und auf der Alpensüdseite (+23,1%) stiegen die Erntemengen an. Lediglich in den Voralpen wurde weniger Laubholz geerntet als im Vorjahr.

Quelle: Schweizer Bundesamt für Statistik BFS „Schweizerische Forststatistik 2025“

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