Das ist erfreulich: Im 1. Quartal 2025 stieg das Sportevent-bereinigte BIP der Schweiz um 0,8 %, nach 0,6 % im 4. Quartal 2024. Der Dienstleistungssektor wuchs breit abgestützt. Die Binnennachfrage entwickelte sich positiv. Daneben expandierte die chemisch-pharmazeutische Industrie überdurchschnittlich. Vor allem in die USA wurde, wohl auch aufgrund der Zolldrohungen, stark exportiert.
In der chemisch-pharmazeutischen Industrie (+7,5 %) beschleunigte sich das Wachstum im 1. Quartal, begünstigt durch stark gestiegene Exporte pharmazeutischer Produkte. Die Wertschöpfung der übrigen, typischerweise konjunkturexponierteren Industriebranchen ging weiter zurück. In der Summe resultierte für das verarbeitende Gewerbe (+2,1 %) wie für die Warenexporte (+5,0 %) ein erhebliches Wachstum. Insbesondere die Exporte in die USA stiegen stark, was auf mögliche Vorzieheffekte im Zusammenhang mit den angedrohten Zöllen hindeutet. Die Schweizer Firmen wollten noch schnell ihre Lager in den USA auffüllen bevor die Zölle erhöht werden. Einen deutlichen Wertschöpfungsrückgang verzeichnete der Energiesektor (−9,4 %).
Handel und Dienstleistungssektor legen zu
Der Dienstleistungssektor wuchs im 1. Quartal breit über die Branchen abgestützt. Damit einher ging ein robuster Anstieg der Dienstleistungsexporte (+1,4 %). Überdurchschnittlich wuchs der Handel (+2,1 %), gestützt vom Gross‑ und vom Detailhandel (+0,5 %).
Im Gesundheits- und Sozialwesen (+1,1 %), in der öffentlichen Verwaltung (+0,2 %) und in den unternehmensnahen Dienstleistungen (+0,4 %) nahm die Wertschöpfung entlang des historischen Mittels zu. Dank eines positiven Zins‑ und Kommissionsgeschäfts verzeichneten schliesslich die Finanzdienste (+0,5 %) das zweite Quartal in Folge ein Wachstum.
Hingegen ging die Wertschöpfung im Gastgewerbe (−1,7 %) nach einem starken Vorquartal zurück, gebremst insbesondere durch rückläufige Hotelübernachtungen inländischer Gäste. Zusammen mit der schwächelnden Industrie bremste dies die Transport- und Kommunikationsbranche (+0,2 %).
Schweizer geben Geld aus für Gesundheit und Wohnen, und sparen bei Restaurant und Hotel
Im Einklang mit der Branchenentwicklung wurde das moderate Wachstum des privaten Konsums (+0,2 %) insbesondere durch die Rubriken Gesundheit und Wohnen gestützt, während die Ausgaben für Hotel- und Restaurantdienste zurückgingen.
Baugewerbe weiterhin stark
Ein leichtes Plus verzeichneten auch die Ausrüstungsinvestitionen (+0,4 %). Getragen wurde dieses von wenig konjunktursensiblen Rubriken wie Flugzeuge sowie Forschung und Entwicklung. Die Bauinvestitionen (+0,8 %) stiegen robust, wie auch die Wertschöpfung im Baugewerbe (+1,1 %). Schliesslich wuchs der Staatskonsum (+0,4 %) erneut überdurchschnittlich.
Im Einklang mit dem Anstieg der Binnennachfrage nahmen die Importe (+6,1 %) von Waren und Dienstleistungen kräftig zu.
Quelle: SECO Staatsekretariat für Wirtschaft „Bruttoinlandprodukt im 1. Quartal 2025: Stärkeres Wachstum als in den Vorquartalen“






