Im Sommer 2026 haben 49 Prozent der Jugendlichen nach der obligatorischen Schule eine berufliche Grundbildung begonnen. Die Unternehmen boten rund 86’000 Lehrstellen an, 88 Prozent davon waren bis August besetzt. Das aktuelle Nahtstellenbarometer, das gfs.bern im Auftrag des Staatssekretariates für Bildung, Forschung und Innovation erstellt hat, zeigt zudem, wie gut Jugendliche auf den Lehrstart vorbereitet sind und wie Lehrbetriebe die Ausbildung gestalten.
49% machen Stifti, 34% studieren
Von den über 91’000 Jugendlichen, die im Sommer 2026 ihre obligatorische Schulzeit abgeschlossen haben, traten 49 Prozent in eine berufliche Grundbildung ein, 34 Prozent wählten einen allgemeinbildenden Bildungsweg. Weitere 17 Prozent entschieden sich für eine Zwischenlösung: 10 Prozent begannen ein Brückenangebot, 7 Prozent realisierten ein Zwischenjahr. Die Anteile blieben gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil.
Schweizer Unternehmen boten 86’000 Lehrstellen an
Die Unternehmen boten rund 86’000 Lehrstellen an. Von den vergebenen Lehrstellen führen 93 Prozent zu einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ), sieben Prozent zu einem eidgenössischen Berufsattest (EBA). Bis August 2026 konnten über 75’000 Lehrstellen besetzt werden. Mit 88 Prozent liegt die Besetzungsquote nahe bei den Vorjahreswerten.
Jugendliche fühlen sich mehrheitlich gut auf den Lehrstart vorbereitet
Die grosse Mehrheit der Jugendlichen, die im Sommer 2026 eine berufliche Grundbildung begonnen haben, fühlen sich sehr gut oder eher gut informiert: 28 Prozent bezeichnen ihren Informationsstand als sehr gut, 60 Prozent als eher gut. Lediglich 10 Prozent fühlen sich eher oder sehr schlecht informiert. Viele haben bereits Erfahrungen im Lehrbetrieb gesammelt. 66 Prozent kennen ihre Berufsbildnerin oder ihren Berufsbildner, 57 Prozent haben den Lehrbetrieb besucht und 55 Prozent Informationen zum ersten Arbeitstag erhalten. Rund die Hälfte nahm an einem Schnupper- oder Einführungstag teil oder lernte erste Tätigkeiten im Betrieb kennen.
Ausbilder nutzen Austausch und Weiterbildungen
Zur Unterstützung der Berufsbildner setzen Unternehmen vor allem auf den internen Austausch (64%), 37 Prozent nutzen Weiterbildungen und 21 Prozent firmenexternen Austausch. 23 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über ein definiertes Zeitbudget für Berufsbildner. Wo die Betreuungszeit ausdrücklich festgelegt ist, wenden die Unternehmen durchschnittlich 4,4 Stunden pro lernende Person und Woche auf.
Zu den grössten Herausforderungen für die Lehrbetriebe zählen das Geben von Feedback und damit verbundene Ausbildungsaufgaben (41%) sowie der Umgang mit persönlichen Problemen der Jugendlichen (38%). Bei Fragen zur Ausbildung ihrer Lehrlinge wenden sich die Unternehmen insbesondere an die Eltern der Lernenden (65%), die Lehrpersonen der Berufsfachschulen (61%) und die kantonalen Berufsbildungsämter.
Über das „Nahtstellenbarometer“
Ziel des Nahtstellenbarometers ist es, die Bildungsentscheide von Jugendlichen am Ende ihrer obligatorischen Schulzeit sowie die Situation auf dem Schweizer Lehrstellenmarkt zu erfassen und einzuschätzen. Zu diesem Zweck wird jährlich eine dreisprachige Online-Umfrage in zwei Erhebungswellen (März/April und August) durchgeführt. Befragt werden Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren – im Tessin 14 bis 16 Jahre – sowie Unternehmen mit mindestens zwei Angestellten. Der Kurzbericht liefert einen Überblick über zentrale Ergebnisse der zweiten Erhebungswelle von 2026. Insgesamt basieren die Ergebnisse auf den Antworten von 2’003 Jugendlichen und 3’808 Unternehmen aus der ganzen Schweiz.
Quelle: Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI „Berufseinstieg 2026: Jugendliche sind gut vorbereitet, Lehrbetriebe halten Angebot konstant„








