Die Schweizer sind offenbar die geborenen Unternehmer, denn: Im Jahr 2025 waren knapp 14% der Erwerbstätigen in der Schweiz im Haupterwerb selbstständig. Das ist doch eine erfreuliche Zahl und zeugt vom unternehmerischen Geist der Helvetier. Die 14% sind einschliesslich Personen, die in der eigenen Firma Angestellte sind, wie das bei GmbH’s üblich ist. Doch für sein eigen Brot zu sorgen ist harte Knochenarbeit: Die Arbeitsbedingungen der Selbständigen zeichneten sich durch eine höhere Wochenarbeitszeit und vermehrtes Arbeiten am Wochenende sowie weniger Ferien aus. Aber das macht den emsigen und fleissigen Schweizern nichts aus, sie spucken in die Hände und werkeln halt auch am Feierabend und am Wochenende. Wir sind kein Volk von Dienern, dafür sind die Schweizer zu stolz und wollen selber Herr in ihrer Firma sein. Wir haben noch mehr beeindruckende neue Zahlen des Schweizer Bundesamtes für Statistik (BFS).
Beeindruckend: 13,9 % der Schweizer arbeiten als Selbständige – 11,9 % selbständige Frauen
2025 waren in der Schweiz total 4,886 Millionen Personen erwerbstätig. Davon gingen 681’000 Personen, das sind 13,9%, im Haupterwerb einer selbstständigen Tätigkeit nach. Sie arbeiteten entweder auf eigene Rechnung (6,8% der Erwerbstätigen) oder als Arbeitnehmende in ihrem eigenen Betrieb (7,2%), das heisst, angestellt in ihrer eigenen Aktiengesellschaft (AG) oder einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Männer waren etwas häufiger selbstständig erwerbend (15,8%) als Frauen, die aber auch auf stolze 11,9% an selbständigen Unternehmerinnen kommen.
Rentner mit eigener Firma: 41% der Ü65 sind selbständig erwerbend
2025 waren lediglich 4,2% der 15- bis 24-Jährigen selbstständig erwerbend, gegenüber 9,5% der 25- bis 39-Jährigen, 14,8% der 40- bis -54-Jährigen und 19,3% der 55- bis -64-Jährigen. Bei den Erwerbstätigen im gesetzlichen Rentenalter gingen 41,2% einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nach.
- 4,2% der 15- bis 24-Jährigen
- 9,5% der 25- bis 39-Jährigen
- 14,8% der 40- bis -54-Jährigen
- 19,3% der 55- bis -64-Jährigen
- 41,2% der über 65-Jährigen (Ü65)
Die hohe Anzahl an Selbständigen im Rentenalter lupft das Durchschnittsalter der Unternehmer nach oben: Selbstständigerwerbende waren im Durchschnitt 49,6 Jahre, Arbeitnehmende 41,3 Jahre alt.
Höchste Anzahl an Selbständigen bei den Bauern
Der Wirtschaftszweig «Land- und Forstwirtschaft» verzeichnete mit Abstand den höchsten Anteil an Selbstständigerwerbenden. Stolze 42,1% der Bauern führen ihren eigenen Hof und singen von früh bis spät das Lied der ungebundenen Freiheit. Gefolgt werden die Landwirte von den Branchen «Erbringung von sonstigen Dienstleistungen» (28,0%) sowie «freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen» (24,8%).
Deutlich weniger verbreitet war die selbstständige Erwerbstätigkeit in den Wirtschaftszweigen «Erziehung und Unterricht» (5,5%). Es gibt also kaum selbständige Lehrer, die ihre Pädagogische Kraft auf eigene Rechnung anbieten. Warum eigentlich nicht? Auch im Sektor «Kredit- und Versicherungsdienstleistungen» sind bloss 6,0% selbständig, der Rest dient für eine Bank oder ein Versicherungs-Unternehmen.
Selbstständigerwerbende arbeiten im Schnitt 46,8 Stunden pro Woche
Bei einer Vollzeitstelle brachten es Selbstständigerwerbende durchschnittlich auf 46,8 Stunden pro Woche (übliche Arbeitszeit) und damit auf 5,2 Stunden mehr als Arbeitnehmende (41,5 vertragliche Arbeitsstunden). Ja das Leben eines Selbständigen ist hart, dafür frei.
Doch früher wars noch viel schlimmer: Innerhalb der letzten 20 Jahre ist die Arbeitszeit der Selbstständigerwerbenden um -4,9 Stunden pro Woche zurückgegangen; Im Jahr 2005 krampften die Selbständigen in der Schweiz noch wöchentlich 51,7 Stunden! Die Arbeitszeit der Arbeitnehmer hingegen blieb in dieser Zeit fast gleich (–0,2 Stunden).
Auch Ferien gibt es weniger für Selbstständige: Im Vollzeitpensum genehmigten sich die Helvetischen Selbständigen nur gerade durchschnittlich 23,5 Ferientage im Jahr. Das sind 2,9 Tage weniger als die Angestellten durchschnittlich ihre Seele in den Sand legen können (26,4 Tage).
Fazit
Beine hochlagern ist für Selbständige in der Schweiz nichts, Unternehmertum braucht auch im Land wo Milch und Schoggi fliesst Einsatz, Einsatz, Einsatz. Der Lohn ist dafür nicht nur monetär, sondern auch die Freiheit, niemandes Diener sein zu müssen und seine eigenen Ideen umsetzen zu können. Ob diese Ideen gut oder schlecht sind, zeigt einem dann nicht der Chef, sondern der Markt und die Kunden.
Quelle: Schweizer Bundesamt für Statistik BFS: Im Jahr 2025 übte jede siebte erwerbstätige Person eine selbstständige Tätigkeit aus








