Die RheinEnergie AG hat am 23. Juli 2026 den Grundstein für Europas grösste Flusswasser-Wärmepumpe in Köln-Niehl gelegt. Der Bau der 150-Megawatt-Anlage ist im vollen Gange. Ab dem Jahr 2028 soll sie die erste Flusswasser-Wärmepumpe dieser Grössenordnung sein. Sie nutzt Wärme aus dem Rhein und speist diese Wärme dann in das Kölner Fernwärmenetz. Die gigantische Wärmepumpe kann damit bis zu 50.000 Haushalte mit Wärme versorgen und rund 280 Millionen Euro kosten. HappyTimes hat alle Details und wir erklären Ihnen zudem, wie eine Flusswasser-Wärmepumpe funktioniert:
Gigantische Wärmepumpe für 50’000 Haushalte kostet 280 Millionen Euro
Die vorbereitenden Arbeiten für Europas grössten Flusswasser-Wärmetauscher haben bereits im Frühsommer 2026 begonnen. Das zukunftsträchtige Kraftwerk wurde mit 280 Millionen Euro veranschlagt. Aus Bundes- und EU-Mitteln erhielt das Projekt eine finanzielle Förderung in Höhe von 100 Millionen, ohne die das Projekt gemäss RheinEnergie nicht wirtschaftlich realisierbar gewesen wäre.
„Die Flusswasser-Wärmepumpe ist die zweitgrösste Einzelinvestition unserer Unternehmensgeschichte. Damit übernehmen wir Verantwortung für die Zukunft der Wärmeversorgung in Köln [..] Was wir hier in Köln entwickeln, kann für andere Großstädte in Deutschland und Europa Modellcharakter haben“.
Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender RheinEnergie
Wichtige Komponenten werden in Deutschland entwickelt – Modell für weitere Grossprojekte
Die Grosswärmepumpe in Köln zeige die Innovationskraft und die tragende Rolle des deutschen Maschinenbaus für die Wärmewende in Europa, sagte Dr. Gunnar Stiesch, Technologievorstand des Herstellers der Wärmepumpenanlage, Everllence SE. Wesentliche Komponenten der Anlage, darunter Kompressoren und Getriebe, würden in Deutschland entwickelt und gefertigt. Die heute in Köln eingesetzte Technik ist zudem skalierbar und damit ein Modell für weitere Grossprojekte in Deutschland und Europa.
Je nach Strompreis: Flusswasser-Anlage ergänzt Gas-Kraftwerk in Köln-Niehl
Die Flusswasser-Wärmepumpe besteht aus drei Modulen mit je 50 Megawatt Leistung und wird künftig im Zusammenspiel mit den bestehenden Gas-und-Dampfturbinen-Anlagen am Standort Niehl betrieben: Bei hohem Stromangebot und niedrigen Preisen übernimmt die Wärmepumpe die Wärmeproduktion. In Zeiten hoher Strompreise sichern hingegen die Gas-und-Dampfturbinen-Anlagen die Versorgung. Das dämpft die Erzeugungskosten und stärkt die Versorgungssicherheit für Köln.
So funktioniert die grösste Flusswasser-Wärmepumpe Europas
Für den Wärmepumpenprozess wird im Durchschnitt weniger als > 1% des Rheinwassers benötigt.
- Die Umweltwärme des Rheinwassers wird durch einen Wärmetauscher auf ein Kältemittel übertragen. Dazu genügt schon eine Rhein-Wärme von bloss 5 Grad.
- Der Wärmetauscher funktioniert ähnlich wie der Wasserkühler vorne am Auto: Das Kältemittel zirkuliert in Röhren, an diesen Röhren strömt das wärmere Rheinwasser vorbei. Die Wärme des Rheins geht damit auf das Kältemittel über.
- Dieses erwärmte Kältemittel wird dann in einem geschlossenen Kreislauf mit elektrischer Kraft verdichtet und auf über 100 Grad Celsius gebracht. Das ist heiss genug für das Kölner Fernwärmenetz.
- Pro eingesetzter 1 kWh Strom gewinnt die Anlage rund 2,8 kWh Wärme. Sie ist also dank dem Wärmetauscher fast 3 mal wirksamer als blosses Heizen mit Strom, sagt RheinEnergie.
- Das entnommene Rheinwasser kühlt sich dabei um ein paar Grad ab und gelangt anschliessend wieder in den Rhein. Jetzt im Sommer meckern die Fische sicher nicht über kühleres Wasser, die Badegäste vermutlich auch nicht.
Gegenüber einer rein fossil befeuerten Erzeugung spart die Anlage durch den Trick mit dem Fluss enorm viel Kraftstoff pro Jahr ein.
Der Standort Niehl bietet ideale Voraussetzungen für eine Großwärmepumpe: unter anderem eine Netzanbindung an das 380.000-Volt-Höchstspannungsnetz sowie den direkten Anschluss an das Fernwärmenetz der RheinEnergie in der Kölner Innenstadt.
Fertigstellung im Herbst 2028
Die Errichtungsarbeiten für Gebäude, Nebenanlagen, den Netzanschluss und die Grosswärmepumpe selbst werden rund zwei Jahre in Anspruch nehmen. Die gesamte Anlage soll somit im Herbst 2028 den Betrieb aufnehmen.
Quelle: RheinEnergie „RheinEnergie legt Grundstein für Europas grösste Flusswasser-Wärmepumpe„
Titelbild: © RheinEnergie/Schmülgen: V.l.n.r.: Dr. Gunnar Stiesch (Technologievorstand Everllence SE), Andreas Feicht (Vertriebsvorstand RheinEnergie), NRW- Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester.








