Umwelt Arena Spreitenbach widerlegt alte Photovoltaik-Grundsätze: Gesamtfläche ist wichtiger als Ausrichtung


Das gigantische Solardach der Umwelt Arena Spreitenbach 

Die Umwelt Arena Spreitenbach hat mit ihrer futuristischen Solar-Architektur von Anfang an für Aufsehen gesorgt. Nach dem ersten Betriebsjahr ist nun klar: Das Gebäude verblüfft nicht nur durch seine Ästhetik, es stellt auch so manchen Glaubensgrundsatz der Photovoltaik auf den Kopf: 

Bei der riesigen, gebäudeintegrierten Photovoltaikanlage liefern selbst die nach Norden ausgerichteten Module noch 80 Prozent der Energie der nach Süden orientierten Module.

Lange Zeit galt in der Photovoltaik der Grundsatz, dass Module stets optimal nach Süden auszurichten sind – nur dann erzielten die teuren Bauteile einen optimalen Wirkungsgrad. Mit sinkenden Modulkosten werden nun neue Lösungen wirtschaftlich attraktiv – wie das Beispiel Umwelt Arena eindrücklich zeigt. So übernehmen die flächendeckenden PV-Module der Umwelt Arena Funktionen, welche über die Stromproduktion hinausgehen: Sie werden zu Baumaterial und ersetzen so das Dach, was wiederum die Gesamtkosten senkt.

In einer ersten Einschätzung erschienen die nach Norden gerichteten PV-Module der Umwelt Arena wegen eines zu geringen Wirkungsgrades als nicht empfehlenswert. Die Simulation zeigte jedoch ein ganz anderes Bild: Für die nach Süden ausgerichteten Flächen wurde ein Ertrag von 90 Prozent im Vergleich zu einer “klassischen”, “aufgeständerten” Anlage prognostiziert. Für die nach Norden ausgerichteten Flächen ergab sich immer noch ein berechneter Ertrag von 72 Prozent. Das gesamte Dach der Umwelt Arena erreicht damit einen Flächenertrag von 82 Prozent.

Die nachträglichen Messungen bestätigten die Simulation: So wurde für den nicht sehr sonnigen Monat März eine Stromproduktion 35 570 kWh prognostiziert, gemessen wurden mit 37 652 kWh schliesslich rund drei Prozent mehr.

Mehr Fläche ist wichtiger als optimale Ausrichtung

Diese erstaunlich hohen Werte sind durch die flachen Winkel im oberen Dachbereich und auf eine gute Ausbeute bei Diffuslicht zurückzuführen, die bei der Umwelt Arena gut 50 Prozent des Ertrages ausmacht. Im Vergleich zu den bisher auf Flachdächern aufgeständerten Solaranlagen erbringt die Umwelt Arena den Beweis, dass diese PV-Anlage 220% mehr Solarstrom liefert – dank optimaler Nutzung der Nordfläche. Die nach Norden ausgerichteten Module machen den tieferen Ertrag durch mehr Fläche wirtschaftlich wieder wett.

Statt nur Wirkunggrade zu betrachten, sollten deshalb Flächeneffizienz und Gesamtstromerzeugung stärker in den Fokus der Planer und Bauherren rücken. 

Weitere Informationen und Öffnungszeiten Umwelt Arena: 
www.umweltarena.ch

 

Quelle: Umwelt Arena Spreitenbach
Bild: © Umwelt Arena Spreitenbach

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