Gleich zwei Wissenschaftler der Uni Basel werden mit 5,4 Millionen Franken Förderbeiträgen vom EU-Forschungsrat ausgezeichnet

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Ausgezeichneter Schweizer Forscher: Prof. Urs Jenal

Gleich zwei Wissenschaftler der Universität Basel werden vom Europäischen Forschungsrat mit Förderbeiträgen in Millionenhöhe ausgezeichnet: Der Astrophysiker Prof. Friedrich-Karl Thielemann vom Departement Physik und der Molekularbiologe Prof. Urs Jenal vom Biozentrum erhalten für 2012 je einen der begehrten «ERC Advanced Grants» von 2,4 und 3 Mio. Franken zugesprochen.

Für die jährlich vergebenen «Advanced Grants» des europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) haben sich für das laufende Jahr über 2300 Forscher und Forscherinnen beworben. Mit diesen Fördergeldern können unabhängige, etablierte Spitzenforscher wichtige und unkonventionelle Forschungsvorhaben durchführen. Die Fördersumme für ein einzelnes Projekt liegt im Allgemeinen bei rund 3 Mio. Franken, die Laufzeit beträgt bis zu fünf Jahren.

Forschungsgeld für Molekularbiologie: Prof. Urs Jenal

Der Schweizer Molekularbiologe Prof. Urs Jenal (51) vom Biozentrum wird während fünf Jahren mit einem «ERC Advanced Grant» von rund 3 Mio. Franken für sein Projekt «Time, space and speed: c-di-GMP signaling in cell behavior and reproduction» gefördert. Dabei möchte er am Modellbakterium Caulobacter crescentus herausfinden, wie die Bildung und der Abbau des Botenstoffs c-di-GMP zeitlich und räumlich koordiniert wird und welche Effektorproteine daran beteiligt sind.

Ziel ist es, die Dynamik des Signalnetzwerkes und damit die schnelle Anpassungsfähigkeit der Bakterien an ihre Umgebung besser zu verstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage dafür liefern, die um ein vielfaches komplizierteren c-di-GMP-Netzwerke gefährlicher Infektionserreger aufzuklären, und könnten somit neue Strategien zur Bekämpfung chronischer Infektionen aufzeigen.

Urs Jenal, geboren 1961 und aufgewachsen in Alvaneu GR, studierte experimentelle Biologie an der ETH Zürich und schloss sein Studium 1991 mit dem Doktorat in Mikrobiologie ab. Nach Studienaufenthalten in Zürich und Stanford wurde er 1996 als Assistenzprofessor ans Biozentrum berufen. Nach der Habilitation ist er seit 2002 als Professor in den Gebieten Wachstum und Entwicklung sowie Infektionsbiologie tätig. Er beschäftigt sich mit der Entstehung mikrobieller Lebensgemeinschaften, den Biofilmen, die als primäre Ursache für chronische Infektionen gelten. 2004 entdeckte er einen neuen Signalübertragungsweg, der in Bakterien die Entstehung von Biofilmen koordiniert; dabei spielt der Botenstoff zyklisches di-GMP (c-di-GMP) eine zentrale Rolle.

Forschungsgelder für Astrophysik für Prof. Friedrich-Karl Thielemann

Prof. Friedrich-Karl Thielemann (61) erhält einen «ERC Advanced Grant» von rund 2,4 Mio. Franken während vier Jahren für sein Projekt «Faint Supernovae and Hypernovae»; es behandelt das Endstadium von massereichen Sternen, die beim Kernkollaps nicht wie Supernovae zentrale Neutronensterne bilden, sondern schwarze Löcher. Dieser Prozess wird mit Beobachtungen von etwa zehnfach helleren sogenannten Hypernovae (Gammastrahlen-Burstern) identifiziert, ist aber noch weitgehend unverstanden.

Geboren 1951 in Mülheim an der Ruhr, studierte und promovierte der Deutsche Forscher an der TU Darmstadt. Er war an der Universität Chicago, am California Institute of Technology, am Max-Planck-Institut für Astrophysik und der University of Illinois tätig und von 1986 bis 1994 Professor an der Harvard University. Seit 1994 ist er Ordinarius für Theoretische Physik an der Universität Basel.

Neben theoretischer und rechnergestützter Astrophysik und nuklearer Astrophysik beschäftigt sich Thielemann mit den für die Modellierung astrophysikalischer Plasmen wichtigen subatomaren Prozessen. Dabei untersucht er unter anderem Supernovae, Röntgen- und Gammastrahlen-Burster, die Verschmelzung von Neutronensternen, die Entstehung schwerer Elemente und die Evolution chemischer Elemente in Galaxien. Für seine Arbeiten erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter kürzlich den Lise-Meitner-Preis 2012 der European Physical Society.

 

Quelle und Bild: Uni Basel

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