Von Grippemittel bis Fonduebrenner: Mit Ethanol dem Winter trotzen

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Alcosuisse/Bern, 07.02.2012 - Ethanol hat zahlreiche chemische und physikalische Eigenschaften. Es kann deshalb in der Industrie auf vielfältige Weise eingesetzt werden. Im Winter dient Ethanol insbesondere dazu, Grippemittel herzustellen, Fondues warm zu halten oder auch Flugpisten zu enteisen.

Im Jahr 2011 hat Alcosuisse, das Profitcenter der Eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV), die Schweizer Wirtschaft mit beinahe 38 000 Tonnen Ethanol beliefert.

Ethanol – auch als Ethylalkohol bezeichnet oder schlicht «Alkohol» genannt – wird in der Wirtschaft weit verbreitet verwendet. In sehr hoher Konzentration (ab 80% Vol.) wirkt es namentlich als Lösungsmittel, als Desinfektionsmittel, als Aromaträger oder auch als Konservierungsmittel. Dies alles macht Ethanol zu einem vielseitigen und sehr beliebten Grundstoff – im Sommer wie im Winter.

100% biologisch abbaubares Enteisungsmittel

Im Bahnbereich hat sich Ethanol als bewährtes Mittel etabliert, um Schienen und Weichen in der kalten Jahreszeit zu enteisen. Flughäfen interessieren sich unterdessen für diese wirtschaftliche und umweltfreundliche Lösung, welche mehrere Vorteile aufweist. Anders als Salz, das die Aluminiumhaut der Flugzeuge angreift, hinterlässt Ethanol keinerlei Spuren. Es kann ausserdem biologisch vollständig abgebaut werden. Flughäfen könnten so auf Ethanol zurückgreifen, um ihre Pisten und Rollbahnen zu enteisen.

Im Kampf gegen Viren

Dank seinen Eigenschaften als Lösungsmittel ist Ethanol auch in der Pharmaindustrie weit verbreitet. Rund 20% der jährlichen Ethanolverkäufe von Alcosuisse gehen in diesen Sektor. Wie zahlreiche andere Medikamente brauchen auch Grippemittel bei der Herstellung eine grosse Menge von Ethanol bester Qualität. Auch bei der Extraktion der natürlichen Wirkstoffe von Kräutern und anderen Pflanzen – beispielsweise für Hustensirup – kommt Ethanol zum Einsatz.

Kein Fondue ohne Ethanol

Brennalkohol und Brennpaste auf der Basis von Ethanol halten das typische Schweizer Gericht für lange Winterabende – das Fondue – auf der idealen Temperatur. Doch auch im Fondue selbst findet sich Ethanol, und zwar in Form von Weisswein oder eines gebrannten Wassers wie beispielsweise Kirsch. Pro Jahr werden etwa 5 Millionen Kilo Fertigfondue exportiert. Das entspricht 25 Millionen Portionen zu 200 Gramm, und diese enthalten insgesamt rund 470 Hektoliter reinen Alkohol.

Können wir uns mit Alkohol aufwärmen?

Dank einer von Alcosuisse eingebrachten Lösung wird es bald möglich sein, das Ethylglykol in den Sonden von Wärmepumpen durch Ethanol zu ersetzen. Würden alle Schweizer Wärempumpensonden mit einer Mischung aus 18 Prozent Ethanol und 82 Prozent Wasser gefüllt (pro Anlage durchschnittlich 120 Liter Ethanol), so wären theoretisch etwa 12 600 Hektoliter Ethanol pro Jahr aufzubringen. Damit könnte der Alkohol effektiv dazu beitragen, uns während der Wintermonate warm zu halten. Denn entgegen der landläufigen Meinung wärmt der Konsum alkoholischer Getränke den menschlichen Körper nicht, vielmehr senkt er die Körpertemperatur sogar. Ethanol verändert jedoch die Wahrnehmung der Kälte, indem es die Hautgefässe erweitert und so ein Gefühl von Wärme vermittelt.

Quelle: Alcosuisse
Bild: cc_CandyBox-Images / Fotolia.com

 

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