Schweizer ForscherInnen wehren sich gegen Genmanipulierte Soja-Importe - seit 30 Jahren neue gentechfreie Sojasorten entwickelt

Wir befinden uns im Jahre 2011 n. Chr. Die ganze Welt züchtet und verwendet genmanipulierten Soja. Die ganze Welt? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bewohntes Land hört nicht auf, dem genmanipulierten Eindringling Widerstand zu leisten...

Im Jahr 2010 waren 81 % der weltweit angebauten Soja gentechnisch verändert. Dieser Anteil steigt unentwegt weiter an. Seit 30 Jahren wird an der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil Soja-Sorten gezüchtet, die frei von "Gentechnisch Veränderten Organismen" (GVO) sind. Dank der natürlichen Vielfalt der Art ist es Agroscope mittels Kreuzung gelungen, Schweizer Sorten zu entwickeln, die an unsere besonderen Klimabedingungen angepasst sind - und dies ganz ohne Genmanipulation nur mit Schweizer Know-How!

Soja - eine Hülsenfrucht mit günstigem Profil

Die Sojabohne [Glycine max (L.) Merr.] ist eine Hülsenfrucht, die aus dem Nordosten Chinas stammt. Sie hat hohe Temperaturansprüche, ist aber bezüglich Stickstoffdüngung äusserst genügsam. Dank der  Wurzelsymbiose wird der für ihre Ernährung notwendige Stickstoff direkt aus der Atmosphärische fixiert. Ihr Korn setzt sich aus 40 % Eiweiss und 20 % Öl zusammen. Diese vorteilhafte Zusammensetzung ermöglicht eine sehr breite Verwendung und macht aus dieser „Wunderpflanze" eine der wichtigsten Kulturen weltweit. Die Sojabohne deckt über zwei Drittel des weltweiten Konsums von proteinhaltigem Mehl und 60 % der Öle ab.

Gentechnisch veränderter Soja darf in Europa nicht angebaut werden

Das Öl kann für die Herstellung verschiedener Nahrungsmittel wie Margarine, Salatsaucen, Kochöle und verschiedener Industrieprodukte wie Plastik oder auch Biodiesel verwendet werden. Das Lezithin, das aus Sojaöl gewonnen wird, findet Verwendung als Emulgator oder Schmiermittel. Ihre diätetischen Eigenschaften sind unbestritten - so existieren viele Verwendungen und Rezepte für Soja: Sojamilch oder Tonyu, Tofu, Sojasauce, Miso, Edemame, Natto und weitere asiatische Spezialitäten.

Europa hat Mühe gentechnisch unverändertes Soja zu importieren

Mit einem Anteil an der Weltproduktion von weniger als 4 % und einem derzeitigen Anbauverbot von gentechnisch verändertem Soja ist Europa mehrheitlich auf den Import angewiesen und hat deshalb zunehmend Schwierigkeiten, sich gentechnisch nicht verändertes Soja zu beschaffen. Die Schweiz führt jährlich 250'000 Tonnen Soja ein, was praktisch 80 Mal der im Inland produzierten Menge entspricht.

Gentechnisch veränderte Sojabohne Roundup Ready von den LandwirtInnen in den USA beliebt

Die gentechnisch veränderte Sojabohne „Roundup Ready" (RR), die gegen dieses Herbizid resistent ist, bleibt die wesentlichste bei dieser Pflanzenart vorgenommene gentechnische Veränderung. Diese neue Technologie wurde von den amerikanischen Landwirten sehr schnell übernommen und trug in hohem Masse zum Erfolg dieser Kultur bei.

Die Sojazüchtungen von Agroscope ACW mit Hilfe klassischer Züchtung statt Genmanipulation

Das Soja-Züchtungsprogramm von Agroscope ACW nahm seinen Anfang im Jahr 1981. Die Züchter von ACW wählen sorgfältig gentechnisch unveränderte, also GVO-freie, Sojasorten unterschiedlichster Herkunft aus, deren agronomische und qualitative Eigenschaften sich ergänzen. Diese Elternpflanzen werden miteinander gekreuzt und deren Nachkommenschaft auf dem Feld beobachtet.

Fünfzehn Jahre nötig für Zulassung einer neuen Soja-Sorte

Es sind fünfzehn Test- und Beobachtungsjahre für die Zulassung einer Sorte notwendig. Jedes Jahr stellt ACW der schweizerischen und internationalen Landwirtschaft eine bis zwei neue Züchtungen zur Verfügung.

Diese sogenannt klassische Züchtungsmethode ermöglicht die gleichzeitige Verbesserung zahlreicher Pflanzeneigenschaften. Sie bringt Sorten hervor, die an unsere Klimabedingungen angepasst sind und ausserdem den spezifischen Bedürfnissen unseres Markts entsprechen.

KonsumentInnen wollen keine Gentech-veränderten Nahrungsmittel auf dem Teller

In Europa und in der Schweiz ist heute der Einsatz der Biotechnologie auf dem Feld untersagt. Die Konsumentinnen und Konsumenten wünschen keine GVO auf ihrem Teller. Jedenfalls nicht die heutigen GVO-Pflanzen, die ihnen keinerlei Vorteile bringen.

Neue gentech-freie Sojasorten "Falbala" und "Amandine"

Mit dem Ziel, dieser Kultur eine Wertschöpfung zu ermöglichen und auch Sorten für die Bioproduktion hervorzubringen, hat die Sojazüchtung von ACW seit über 10 Jahren ihre Forschungskompetenz im Lebensmittelbereich weiterentwickelt. Dies zeigt sich bestens mit den neusten Züchtungen „Amandine" mit verbessertem Geschmack und „Falbala" mit einem sehr hohen Eiweissgehalt. Beide Züchtungen befinden sich in der Zulassungsphase.

Quelle und Bild: www.Agroscope.ch

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