Forscher züchten feine Erdbeersorten von morgen

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Conthey, 06.09.2011 - Die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW testet neue Erdbeersorten, die von europäischen Züchtern angeboten werden. So will man herausfinden, welche Sorten für den Anbau unter schweizerischen Bedingungen am besten geeignet sind.

Die dafür notwendigen Arbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Fachstellen und dem Schweizer Obstverband durchgeführt. Dabei wird eine Liste der für die Schweiz empfohlenen Erdbeersorten erstellt, um den Wünschen der Produzenten und Konsumenten nach neuen, schmackhaften Erdbeersorten nachzukommen.

Die Beurteilung der neuen Sorten erfolgt in zwei Phasen: Im ersten Jahr werden um die fünfzehn neu gezüchtete Sorten bei Agroscope ACW in Conthey angebaut. Bei einer Besichtigung während der Ernte wählen die Mitglieder des «Forum Forschung Beeren» die vier bis fünf vielversprechendsten Sorten aus. Die Auswahl erfolgt nach einer Degustation und aufgrund erster Ergebnisse zum Ertrag und zur Fruchtgrösse. Im zweiten Jahr werden die ausgewählten Sorten von Produzenten in den Kantonen Bern, Thurgau, Waadt, Wallis und Zürich angebaut. Mit dieser Verteilung der Versuchsstandorte auf die wichtigsten Produktionsregionen soll die Eignung der ausgewählten Sorten für einen Anbau bei verschiedenen Klimaverhältnissen geprüft sowie die für sie in Frage kommende Vermarktungsschiene (Selbstpflücken, Direktverkauf, Grossverteiler) bestimmt werden. Dabei werden die Sorten nach qualitativen (Zuckergehalt, Festigkeit, Farbe) und agronomischen Kriterien (Ertrag, Fruchtgrösse, Erntereife, Krankheits- und Schädlingsresistenz) beurteilt. Ergänzt wird diese Auswertung durch regelmässige Degustationen mit der Walliser Sektion der Konsumentenorganisation FRC.

In der Saison 2009-2010 hat Agroscope ACW im Vorversuch in Conthey 14 neue Sorten europäischer Züchter beurteilt. An seiner Sitzung im Juni 2010 wählte das Forum Forschung Beeren für die zweite Phase (Einführungsphase) vier Sorten aus. Der Vergleich dieser Sorten im 2011 ergab die besten Resultate an allen Produktionsstandorten für die Sorte Joly (Züchtung CIV Italien). Diese ist mit der Sorte Cléry verwandt, die dank ihrer geschmacklichen Qualität innert weniger Jahre in der Schweiz zur Referenzsorte aufgestiegen ist. Joly ist eine Woche nach Cléry erntereif, verfügt über grössere Früchte, eine noch bessere Geschmacksqualität und ein vergleichbares Ertragspotenzial.

Aufgrund der verschiedenen Beobachtungen wird eine Liste der für die Schweiz empfohlenen Sorten erstellt. Die vollständigen Resultate der von Agroscope ACW koordinierten Untersuchungen werden den Produzenten an Informationstagungen zur Verfügung gestellt. Sie werden auch als Mitteilungen an die kantonalen Fachstellen und via Internet publiziert (www.agroscope.admin.ch/baies ).

Quelle und Bild: Agroscope

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