Regierung der Ukraine zeigt Herz für Delfine

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Radolfzell/Kiew – 24.02.2012 - Die ukrainische Regierung zeigt ein Herz für Delfine und setzt alle von der Tierschutzorganisation ProWal vorgeschlagenen Massnahmen zum Schutz der intelligenten Meeressäuger in die Tat um.

Die deutsche Tierschutzorganisation stellte bei mehreren Delfinarienrecherchen in der Ukraine gravierende Haltungsmängel und einen skandalösen Umgang mit den in Gefangenschaft gehaltenen Meeressäugern fest.

Andreas Morlok, Geschäftsführer von ProWal: „Die aus dem Schwarzen Meer und Japan stammendenden wildgefangenen Delfine sind in winzigen Pools eingepfercht und müssen in diesen auf reinen Kommerz ausgerichteten Anlagen bei überlauter Discomusik alberne Kunststücke vorführen, die nicht ihrem natürlichen Verhalten entsprechen. Seehunde „surfen" ebenso auf den Delfinen, wie die Delfintrainer, die keine Rücksicht auf die Tiere nehmen. Ein Delfintrainer stand beim „Surfen" gar auf dem Blasloch eines Delfins, welches dadurch nicht mehr atmen konnte. Bei einer Abendshow knallte laute Pyrotechnik von der Decke und ein Feuerschlucker vernebelte die ganze Anlage mit stinkendem Petroleum, während das Publikum laut „Bravo" schrie und applaudierte. Keinem Besucher war dort wohl bekannt, dass die vier Delfine bei grausamen Treibjagden in Japan gefangen wurden."

Vertreter einer ukrainischen Tierschutz-Initiative und ProWal legten dem Vize-Umweltminister, Igor Vildman, in Kiew umfangreiches Dokumentationsmaterial vor und forderten diesen auf, dass die Regierung ein ausnahmsloses Importverbot für wildgefangene Delfine beschließen müsse.

Andreas Morlok: „In den ukrainischen Delfinarien gab es in den letzten 15 Jahren nur zehn Delfingeburten und die Zucht ist dadurch nicht nachhaltig. Die Ukraine importiert und exportiert auch wildgefangene Delfine aus Japan, u.a. in die Türkei, Ägypten und Armenien. Ein Importverbot in die Ukraine würde der international tätigen Delfinarien-Industrie einen herben Schlag versetzen und das wäre mit Sicherheit auch das mittelfristige Aus für alle 15 Delfinarien in diesem Land. Wir gaben dem Vize-Umweltminister zu verstehen, dass die gängige Praxis der ukrainischen Delfinarien, wildgefangene Delfine zu importieren, in allen EU-Ländern strikt verboten sei. Da die Ukraine eine Vollmitgliedschaft in der Gemeinschaft anstrebt, könnte die Regierung die EU-Vorgaben doch auch jetzt schon umsetzen."

Vize-Umweltminister Igor Vildman: „Ich bin der Freund Nr. 1 für die Delfine in der Ukraine!"

Die Reaktion des Vize-Umweltministers, der sich sehr delfinfreundlich gab, überraschte die Tierschützer, so der ProWal-Chef: „Der Vize-Umweltminister, der während unserem Meeting von mehreren Delfinspezialisten beraten wurde, sagte uns spontan zu, dass die Ukraine die Vorgaben der EU für Importverbote für wildgefangene Delfine 1 zu 1 umsetzen wird! Zudem wird auch das Fangverbot für Delfine im Schwarzen Meer unbefristet für immer weitere drei Jahre verlängert. Damit kommt die Ukraine auch den Zielsetzungen des ACCOBAMS-Abkommen zum Schutz der Delfine nach."

Insgesamt befinden sich, laut Angaben von ProWal, in den 15 ukrainischen Delfinarien 74 Delfine, 35 Seehunde, vier Seelöwen, ein Walross und drei Beluga-Wale, die allesamt für rein kommerzielle Zwecke, wie Delfin-Shows, Schwimmen und Tauchen mit Delfinen und der umstrittenen Delfin-Therapie für behinderte Menschen eingesetzt werden.

Andreas Morlok: „Manche Delfinarien besitzen keine ausreichende Lizenz zum Betreiben eines Delfinariums und können diese nur deshalb betreiben, weil sie gute Kontakte zu Behörden pflegen. Der Delfinarienbesitzer in Kiew geht mit Demonstranten nicht zimperlich um. Letztes Jahr trat er während einer Kundgebung auf mehrere Tierschützer ein. Das Security-Personal der Anlage ist gar mit Schlagstöcken und Pistolen bewaffnet."

ProWal erwirkt Schliessung von ukrainischem Delfinarium

Monika Laubach, eine deutsche Tierschützerin, die für ProWal mit in der Ukraine war: „In einem Mini-Pool des Hotels Yalta in der Stadt Yalta auf der Krim wurden bisher jeden Sommer Delfine und ein Beluga-Wal für kommerzielle Zwecke gehalten. Das Hotelmanagement verpachtete den Pool an einen Delfinbesitzer, der bisher auch die zweifelhafte Delfin-Therapie angeboten hatte. Wir konnten die Leitung des Hotels bei einem persönlichen Besuch davon überzeugen, die Meeressäuger in diesem Jahr nicht wieder aufzunehmen und ihr Delfinarium endgültig zu schließen. Nie mehr werden dort Meeressäuger für kommerzielle Interessen ausgebeutet, worüber wir uns sehr freuen!"

Hoffen, dass auch Schweizer Regierung bald Importverbot für Delfine erlässt

Dominik Haldi aus der Schweiz, der ProWal ebenfalls bei seiner Reise durch die Ukraine begleitete, berichtet: „Ich freue mich sehr darüber, dass wir nicht nur verbindliche Zusagen von der ukrainischen Regierung zum Schutz der Delfine erhalten haben, sondern auch über die gelungene Schließung des Delfinariums in diesem Hotel.

Wenn man selbst sieht, wie die Delfine nur wegen Geldinteressen in Gefangenschaft gehalten werden, dann ist das mehr als beschämend. Ich hoffe sehr, dass auch die Schweizer Regierung endlich ein Importverbot für Delfine erlässt, damit das letzte Schweizer Delfinarium „ConnyLand" auch schließen muss."

ProWal wird Ende März erneut in die Ukraine reisen, um sich für die Schließung von weiteren Delfinarien einzusetzen. Zudem unterstützt die Tierschutzorganisation auch ein privates Tierheim in Kiew, welches Hunde und Katzen von der Straße aufgenommen hat. Einen Bericht über die Situation der Hunde in der Ukraine hat ProWal bereits angekündigt.

Quelle: ProWal
Bild: cc caid Fotolia.com

 

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  • Antonietta

    Es ist unverantwortlich, diese hochentwickelten Tiere in Gefangenschaft zu halten, weil ihnen selbst die elementarsten Grundbedürfnisse vorenthalten werden: In freier Wildbahn leben Delfine in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h, können bis zu 500 Meter tief tauchen und werden 10 Jahre älter als in Gefangenschaft.<br />Auch die Nahrung in Gefangenschaft, nämlich toter Fisch, ist für Delfine nicht "natürlich", denn in freier Wildbahn fressen Delfine nur lebende Fische, tote meiden sie. Delfine sind akustische Tiere; ihre Kommunikation und Orientierung im Raum erfolgt zum grossen Teil akustisch. Der akustische Ortungssinn ist in Gefangenschaft praktisch nutzlos und verkümmert.

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