Schweizer Tierschutz: Zootierhaltung sei in der Schweiz auf hohem Niveau - aber harte Worte gegen das ConnyLand

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Seit fünf Jahren dokumentiert der Schweizer Tierschutz STS regelmässig den Stand der Tierhaltung in Schweizer Zoos und Tierparks. 2011 wurden die Berichte zu insgesamt acht Institutionen aktualisiert. Acht weitere Kleinzoos und Tierparks fanden erstmals Aufnahme in das STS-Rating. Erfreulicherweise trafen die STS-Wildtierspezialisten auf sehr viele positive Beispiele von tierfreundlichen Gehegen.

Leider finden sich aber auch noch in vielen Zoos und Tierparks einzelne nicht mehr zeitgemässe, minimalistische und nicht tiergerechte Gehege. Zudem stiess der STS bei seiner Recherche auf Zoos und Tierparks, die gesamthaft mit ihrer Tierhaltung abfallen. Der aktualisierte Zoobericht ist auf der Homepage des Schweizer Tierschutz STS einsehbar.

Der Zoobericht stellt die Zoos und Wildparks der Schweiz in Wort und Bild vor und präsentiert gute und schlechte Beispiele der Wildtierhaltung. Er gibt einen Überblick zum Stand der Tierhaltung in den Schweizer Zoos, gibt Empfehlungen ab für die Verbesserung einzelner Haltungen und soll dem Laien als Leitfaden bei der Wahl seiner Zoobesuche helfen. Nicht zuletzt aufgrund der STS-Ratings führten mehrere Zoos und Tierparks in den vergangenen Jahren Gehegesanierungen durch oder planen solche, sodass in Bezug auf das Tierwohl ein Aufwärtstrend in der Schweizer Zootierhaltung feststellbar ist.

Spitzenreiter und Geheimtipps

Die grossen Zoos und Wildparks wollen sich zu Bildungszentren des Artenschutzes entwickeln und möchten Tiergemeinschaften in grosszügigen, naturnah gestalteten Anlagen präsentieren. Beispiele schlechter Tierhaltung finden sich hier eher selten. Ehrgeizige Neubauprojekte wie die Elefantenanlage und das „Pantanal“ im Zoo Zürich oder modernisierte Anlagen wie das Affenhaus und die Nashornanlage im Zoo Basel sind ebenso positiv zu vermerken wie teilweise seit Jahren bestehende, vorbildliche Tierhaltungen anderer grosser Zoos (Dählhölzli, Rapperswil) und Wildparks (Langenberg, Goldau, Peter & Paul, Bruderhaus, Lange Erlen, Vallorbe). Aber auch kleinere Institutionen, bei denen z.T. noch beträchtlicher Handlungsbedarf in Bezug auf tierfreundliche Haltungssysteme besteht, haben in den letzten Jahren erfreuliche Modernisierungen vorgenommen. Der Trend „mehr Platz für weniger Tiere“ hält auch bei etlichen kleineren Zoos an: Alte Raubtier- und Affengehege werden zugunsten grösserer Anlagen für einfacher zu haltende Arten aufgegeben. In einigen Kleinzoos - darunter dem Zoo Hasel bei Remigen (AG) oder dem Frauenfelder Plättli-Zoo - finden sich gute Beispiele z.B. für artgerechte Waschbären- oder Makakenhaltung. Eine Trouvaille der diesjährigen Zoo-Recherche sind die teilweise riesigen, sehr naturnah gestalteten Freigehege für Rotwild, Bären und Wölfe im Alpenzoo Les Marécottes (VS).

Wo noch Handlungsbedarf besteht

Doch es gibt auch Tierhaltungen, wo Handlungsbedarf besteht. Negative Beispiele finden sich sowohl bei grossen wie auch kleinen Zoos – vereinzelt auch bei den oben genannten. Es sind dies die Relikte der Zootierhaltung aus Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts: winzige Eulenvolieren, kahle Wolfs- und Bärengräben, Tiger- und Affenkäfige, die aufgrund der minimalistischen Vorgaben der Tierschutzverordnung (TSchV) aber allesamt noch legal, wenn auch bei Weitem nicht „artgerecht“ sind. Zudem werden in einigen Zoos schlichtweg zu viele Arten auf zu kleinem Raum gehalten, oder es fehlt an artgemässer Einrichtung (Beschäftigung, Verstecke). Einige Zoos stellen ihre handzahmen Wildtiere auch für Fotoshootings zur Verfügung, erlauben das Füttern mit mitgebrachtem oder Zoo-eigenem Futter, oder verkaufen Tierdressur als angeblich vollwertigen Ersatz für artgerechte Gehege. Sie schaden so der Zoophilosophie, indem sie aus Wildtieren und „Botschaftern ihrer Art“ abhängige, fehlgeprägte Kreaturen machen.

Connyland gehört zu den schwarzen Schafen

Einige Tierhaltungen stechen als Negativbeispiele der Zootierhaltung in der Schweiz besonders hervor, weil hier die Ignoranz über die Ansprüche der Wildtiere an eine artgerechte Haltung und ein grundlegend falsches Verständnis vom Zweck eines Zoos mit dem Gebrauch lebender Tiere als Publikumsmagneten einher gehen. Zu diesen „schwarzen Schafen“ gehören der Tierpark des Hotel-Restaurants „Grimselblick“ (VS) und das Delfinarium Connyland bei Lipperswil (TG). 

Den Zoobericht finden Sie unter: www.tierschutz.com/zoobericht

Quelle: Schweizer Tierschutz STS - Bild: Tierpark Dählhölzli - junge Wildschweine

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