Coop erfindet Hybrid-Güterwagen für die Bahn - weniger Treibstoffverbrauch für gekühlte Güter und weniger Lärm

Die Railcare AG, ein Tochterunternehmen von Coop, hat eine neue Energiegewinnungs- und Energiespeicherungsmethode für den Gütertransport via Bahn erfunden. Diese Weltneuheit ist besonders nachhaltig und ermöglicht, Lebensmittel sowie andere Güter beim Bahntransport mit kinetischer Energie anstatt mit Treibstoff zu kühlen oder zu temperieren, ähnlich der Energie, die ein Hybrid-Auto beim Bremsen speichern kann um damit später geräuschlos wieder anzufahren. Die Energie entsteht direkt beim Fahren des Zuges und kann dank einem Energiespeicher auch bei Stillstand der Bahn geregelt abgegeben werden. Diese Innovation leiste gemäss Coop einen wesentlichen Beitrag zur Schonung der Umwelt sowie zur Lärmreduktion, da das Geräusch der Diesel-Kühlagregate entfällt.

Der Warentransport nimmt weltweit zu – sowohl auf kurzen Distanzen als auch bei den Langstrecken über hunderte oder tausende von Kilometern. Während des Transports müssen sensible Frachtgüter, wie Lebensmittel, in den Containern oft gekühlt, gefroren, beheizt oder bei wechselnden Umweltbedingungen konstant temperiert werden. Dies benötigt viel Energie. Die bislang eingesetzten Varianten der Energieversorgung brachten verschiedene Nachteile mit sich. So müssen beispielsweise Systeme, die Diesel in elektrische Energie umwandeln, regelmässig betankt werden, was entsprechende logistische Anforderungen stellt. Dazu belasten Dieselmotoren die Umwelt mit CO2.

Modulares rCE-Powerpack

«Die Innovation von Railcare ermöglicht die Temperierung des Frachtgutes ohne Diesel. Das neuartige Powerpack generiert beim Transport über die Bewegung der Güterwagen-Radachsen Energie und kann diese dank einem Speicher kontrolliert zur Temperierung der Container verwenden», erklärt Leo Ebneter, Verwaltungsratspräsident von Railcare und Leiter der Direktion Logistik bei Coop. Dieses revolutionäre System mit dem Namen «modulares rCE-Powerpack» (für Railcare E-Pack) wird direkt auf die Containertragwagen der Güterbahn montiert. Das Energieversorgungssystem für die Transportbehälter umfasst mehrere Komponenten: einen Adapterrahmen, einen Hydraulikgenerator, einen Energieumwandler und -speicher sowie einen Lastanschluss zur Versorgung der Kälteanlagen in den Containern. Ergänzt wird es durch ein fortschrittliches Satelliten-gesteuertes Überwachungs- und Steuerungssystem.

Energiegewinnung direkt über die Räder der Bahnwagen

«Unser innovatives System wandelt die kinetische Energie der Radachse in elektrische Energie um und speichert sie in grossen Akkus», sagt Philipp Wegmüller, neben Beat Wegmüller und Josef Zettel einer der Erfinder dieser nachhaltigen Lösung. Dank der ausgeklügelten Energie-Zwischenspeicherung in modernsten Akkus wird die Kühlkette auch aufrechterhalten, wenn der Zug für längere Zeit still steht. Eine umfassend nachhaltige Lösung.

Reduzierter CO2-Ausstoss und weniger Lärmemissionen

Der durch die Railcare-Erfindung mögliche Verzicht auf Diesel-gekühlte Transporte reduziert den Ausstoss von CO2. «Unsere Neuentwicklung benötigt pro Containerwagen 75 Prozent weniger Treibstoff. Das ermöglicht uns, die tägliche CO2-Produktion markant einzudämmen», so Philipp Wegmüller, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Railcare. Die fortschrittliche Lösung von Railcare hilft zudem, die mit Gütertransporten einhergehenden Lärmemissionen merklich zu reduzieren. «Die Stromgewinnung über nachhaltige Dynamos ist hörbar leiser als herkömmliche Diesel-Motoren», erklärt Philipp Wegmüller.

Railcare AG – ein Tochterunternehmen von Coop

Die Railcare AG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Coop. Sie erbringt mit eigenen Zügen und Lastwagen logistische Dienstleistungen im unbegleiteten kombinierten Verkehr (UKV) für Coop und Drittkunden. Diese Dienstleistungen umfassen die gesamte Transportkette, einschliesslich Strassen- und Bahntransporte, Terminalfunktionen sowie Operator- und Speditionsaufgaben. Railcare AG wurde 2007 gegründet und gehört seit 2010 zu Coop. Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeitende an 11 Standorten.

Quelle: Coop
Bild: © Coop

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