Spuhler hat alles im Griff: Stadler trotzt der Eurokrise – 1000 neue Jobs geschaffen

Stadler-Rail-Erlen-Aussenansicht001

Werbung

Dank des hohen Auftragseingangs aus den Jahren 2008 – 2010 stieg der Umsatz 2011 von Stadler Rail auf CHF 1,39 Mrd. und die Mitarbeiterzahl ist mit 4’500 um rund 1’000 höher als vor einem Jahr. Der Bestellungseingang betrug im Jahre 2011 unglaubliche CHF 1’300 Millionen Schweizer Franken! Das ist wie wenn Peter Spuhler und sein Team in einem Jahr 1’300 mal im Lotto gewonnen hätten! 

Doch im Lotto gewonnen hat Peter Spuhler und seine Mitarbeiter nicht, sondern sich den Erfolg hart erarbeitet und das bei erschwerten Bedingungen durch den fallenden Eurkurs, der einem Export-Unternehmen wie der Stadler Rail etwas Kopfzerbrechen bereitet. Aber Währungskurse schwanken nun mal und so etwas bringt einen Sportsmann wie Peter nicht gross aus dem Konzept. Der Markt braucht gute Produkte und innovative Ideen und davon hatten die schlauen rauchenden Köpfe aus Busnang gleich ein paar auf Lager:

Vier völlig neu entwickelte Fahrzeugserien

Mit grossem Erfolg sind seit Mitte Dezember 2011 vier völlig neuentwickelte Fahrzeugserien im Einsatz: Die Doppelstockzüge KISS für die SBB bei der S-Bahn Zürich, die Intercity-KISS für die österreichische Westbahn und die Tango-Trams in Basel und Genf.

Erfolgreicher Start der KISS- und Tango-Flotten

Aus der ersten Serie von 50 KISS für die SBB gingen die ersten Fahrzeuge Mitte Dezember in den Fahrgastbetrieb. Seit Februar 2012 verkehren sie, teilweise in Doppeltraktion als zwölfteilige Züge, auf der wichtigsten Linie der Zürcher S-Bahn, der S12 Winterthur – Zürich – Brugg. Inzwischen sind bereits 12 dieser SBB-KISS ausgeliefert, weitere 4 wurden aus der ersten Optionsbestellung für den Regioexpress-Verkehr an die SBB übergeben.

Neue Intercitiy-Doppelstockzüge mit Höchstgeschwindigkeit von 200 Km/h

Pünktlich zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2011 konnte die gesamte Flotte von sieben KISS für die österreichische Westbahn GmbH für die Strecke Wien – Linz – Salzburg in Betrieb genommen werden. Es sind die ersten Intercity-Doppelstöcker aus dem Hause Stadler. Sie erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Alle Fahrzeuge stehen täglich im Einsatz, die Betriebspause in der Nacht wird für die Wartung in Linz genutzt, mit der die Westbahn Stadler Rail beauftragt hat.

Shall we dance? Tangos erfolgreich im Betrieb

Die Baselland Transport BLT hat vier Tangos der Serie von 15 Fahrzeugen bestellt.

Die Genfer Verkehrsbetriebe TPG haben auf den Fahrplanwechsel die neue Linie 14 (Meyrin – Onex – Bernex) in Betrieb genommen und mussten daher rechtzeitig die ersten sechs der bestellten 32 Tango-Trams zur Verfügung haben. Auch diese Fahrzeuge sind seither erfolgreich im Fahrgastbetrieb unterwegs.

Umsatz über dem Vorjahr

Der Umsatz der Stadler Rail Group betrug CHF 1,39 Mrd. und lag damit rund CHF 300 Mio. über dem Vorjahr. Für 2012 wird mit einem Umsatz von rund CHF 2,25 Mrd. gerechnet. Das Wachstum der Jahre 2011 und 2012 ist vor allem auf den hohen Auftragseingang in den Jahren 2008 (CHF 2,6 Mrd.) und 2010 (CHF 2,9 Mrd.) zurückzuführen. Im letzten Jahr erreichte Stadler einen Bestellungseingang von rund CHF 1,3 Mrd., was dem Wert von 2009 entspricht.

Zwei Drittel von Peter Spuhlers Mitarbeiter arbeiten in der Schweiz

Um die aufgebauten Kapazitäten und Arbeitsplätze auch mittelfristig sichern zu können, muss Stadler angesichts des starken Frankens noch härter um Aufträge kämpfen. Von den inzwischen rund 4’500 Mitarbeitenden arbeiten zwei Drittel in der Schweiz. Rund zwei Drittel der Produktionsleistung der Division Schweiz gehen indes in den Export.

Blöd: Basler BVB vergaben Aufträge ins Ausland

Selbst bei Ausschreibungen in der Schweiz ist Stadler gegenüber der Konkurrenz aus dem Euroraum aufgrund des hohen Frankenkurses etwas im Nachteil. Dies hat sich 2011 bei der Ausschreibung der Basler Verkehrsbetriebe BVB gezeigt: Stadler verlor wegen des Eurokurses, da der siegreiche Mitbewerber mit Produktionsstätten in Ostdeutschland und Österreich zu einem deutlich tieferen Preis kalkulieren konnte. Es ist natürlich etwas traurig, dass die Basler ihre eigenen Aufträge ins Ausland statt in die Schweiz vergeben. 

Neue Märkte: Peter Spuhler wittert Potential in der ehemaligen Sowjetunion

Angesichts der durchzogenen Aussichten im Euro-Raum gewinnt der Aufbau neuer Märkte an Bedeutung. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sieht Stadler ein grosses Potential. Bereits in der Abwicklung befinden sich die früher eingegangenen Aufträge aus Weissrussland und Estland.

Mitte 2011 ging eine erste Bestellung aus Russland ein. Der Russische Konzern Transmashholding TMH bestellte 100 vierachsige Diesel-Antriebsteile, wovon zwei vorab als Prototypen geliefert werden. Die Antriebsteile werden in 50 Triebzüge eingebaut, welche die TMH-Tochter Metrovagonmash für die Russische Eisenbahn RZD fertigt.

Neue Produktionsstätte in Minsk für Aufträge aus Russland

Um weitere Aufträge aus der Wirtschafts- und Zollunion Russland/ Weissrussland/ Kasachstan zu gewinnen, wird vom Besteller erwartet, dass ein Teil der Wertschöpfung vor Ort generiert wird. Stadler erwartet eine Bestellung über weitere 19 Züge für Weissrussland im 3. Quartal 2012. Daher prüft Stadler Rail den Aufbau einer Produktionsstätte in Minsk.

Verstärkung des Verwaltungsrats und Verbreiterung des Managements

An der heutigen Generalversammlung wird Wojciech Kostrzewa, Präsident und CEO der polnischen ITI Group als zusätzliches Mitglied in den Verwaltungsrat gewählt. Damit wird der Verwaltungsrat von acht auf neun Mitglieder erweitert.

Die Stadler Rail Group ist in den letzen Jahren stark gewachsen. Um die zukünftigen Herausforderungen zu meistern, wurde die Führungsstruktur verstärkt. Peter Spuhler übergab die Leitung der Division Schweiz an den langjährigen CEO von Stadler Bussnang, Markus Bernsteiner, bleibt aber Verwaltungsratspräsident und Group CEO von Stadler Rail. Als neuer CEO von Stadler Bussnang konnte mit Dr. Thomas Ahlburg, dem ehemaligen Leiter des Bombardier-Werks in Görlitz, eine ausgewiesene Führungspersönlichkeit aus der Schienenfahrzeugbranche gewonnen werden. Geschäftsführer von Stadler Altenrhein ist seit 1. Januar 2012 Markus Sauerbruch, zuletzt bei Sulzer Metco Leiter der Equipment Business Unit.

Viel verheissende Zukunftsaussichten

Die Auswirkungen durch den tiefen Eurokurs sind derzeit noch nicht absehbar. Stadler kann viel günstiger Werkstoffe im Ausland einkaufen, doch ist es schwieriger durch den starken Franken Aufträge im Ausland zu ergattern. Doch bis anfangs 2014 ist die volle Auslastung der Schweizer Standorte gesichert wie Stadler Rail mitteilt.

Zudem hat Stadler Rail bereits vor längerer Zeit Massnahmen zur Steigerung der Produktivität und zur Kostensenkung eingeleitet und neue Fahrzeugkonzepte entwickelt. Somit wird Stadler den Währungsverwerfungen insbesondere durch Innovationen und Technologieführerschaft begegnen.

Daumendrücken: Offerten für zwei grosse Aufträge eingereicht – Intercity-Züge für die SBB und neue Trams für die Zürcher

In diesem Jahr laufen in der Schweiz zwei wichtige Ausschreibungen: Die SBB benötigen Hochgeschwindigkeitszüge für den Verkehr durch den neuen Gotthardbasistunnel nach Italien und die Verkehrsbetriebe Zürich beschaffen neue Trams.

Nachdem Stadler beim letzten Grossauftrag der SBB wortwörtlich nicht „zum Zuge“ kam, sind diese beiden Ausschreibungen von grosser Bedeutung.

Und als gebürtiger Stadtzürcher wird Peter Spuhler den Auftrag seiner Geburtsstädte bestimmt an Land und in seine Firma ziehen. Wir drücken schon mal die Daumen und hoffen, dass die Zürcher Stadtväter und -Mütter ihren unternehmerischen und erfolgreichen Sohn nicht vergessen werden!

 

Quelle und Bild: Stadler Rail

 

Werbung