Ist das das Aus für den Elektro-Velo Boom? Bund will Helmpflicht und Moped-Steuern für e-Bikes

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Bern, 20.05.2011 – E-Bikes werden immer beliebter, die Palette der angebotenen Produkte wird immer breiter. Der Bund bremst diesen inovativen und gesunden Trend indem er  für das Fahren von E-Bikes eine Helmpflicht obligatorisch machen will. Würgt er mit dieser Regelung die boomende Branche ab, bevor sie richtig in die Pedalen treten konnte? Die öffentliche Anhörung zu diesen und verschiedenen anderen vorgeschlagenen Änderungen des Strassenverkehrsrechts dauert bis am 15. August 2011.

Der Bund schlägt folgende Anpassungen vor:

„Leicht-Motorfahrräder“:

Neu sollen E-Bikes mit einer Tretunterstützung bis 25 km/h, die aktuell mit einer Velovignette versehen werden, mit einer Schiebe- und Anfahrhilfe ausgerüstet werden dürfen. Dies erleichtert das Rangieren mit diesen Gefährten. Solche E-Bikes dürfen über eine Motorleistung von maximal 250 Watt verfügen und bis zu einer Geschwindigkeit von 6 km/h ohne Pedalbetätigung fahren. Für Lenkerinnen und Lenker solcher E-Bikes wird das Tragen eines Velohelms empfohlen, es ist aber glücklicherweise (noch) nicht obligatorisch.

Eine Helmempfehlung für 6Km/h? Da ist man ja mit Rennen noch schneller… 🙂 Vielleicht kommt bald auch die Helmempfehlung für Jogger.

„Elektromotorfahrräder mit geringer Leistung“ neu mit Velohelmpflicht und grossem, teuren „Töffli-„Nummernschild:

E-Bikes mit einer Leistung bis 500 Watt sollen neu bis maximal 45 km/h über eine Tretunterstützung verfügen dürfen. Mit reiner Motorkraft – ohne Pedalbetätigung – dürfen diese Gefährte maximal 20 km/h schnell sein. Für Lenkerinnen und Lenker dieser E-Bikes soll das Tragen eines geprüften Velohelms obligatorisch werden.

Diese E-Bikes müssen mit dem grossen und teureren Mofa-Kontrollschild versehen werden.

Vom Bäcker zum Metzger und jedesmal Helm auf und ab?

Es ist ein bisschen schade, dass der gesetzeswütige Bund, die neuen Elektrofahrräder nun bereits mit Gesetzen bestückt und höher besteuern will. So verhindert er den weiteren Boom der unterstützen Fahrrädern, die schon viele Menschen auf Kurzstrecken weg vom Auto zum Fahrrad brachten. Und die vielen bequemen „Bürofüdlis“ zu etwas gesunder Bewegung unter freiem Himmel verhalfen, denen das Velofahren sonst in unserer hügeligen Schweiz zu anstrengend und schweisstreibend ist. Die Entwicklung wäre denkbar gewesen, dass zukünftig fast jedes Velo einen Hilfsmotor für grosse Steigungen enthalten würde, aber mit Helmpflicht und Moped-Einstufung wird das so nichts und die Schweiz trotz Hügeln und Bergen kaum zum e-Veloland.

Gesunde, umweltfreundliche e-Velofahrer nicht sofort als Geldesel des Staates einspannen

Wer gern schnell fährt und einen Helm tragen will, soll das gerne machen, aber hier ein Obligatorium zu sprechen, das natürlich von den Polizist mit der ganzen Härte der Anti-Terror- und Autofahrer-Einheit umgesetzt und geahndet werden wird, ist unverständlich und unsinnig. Zudem der Vorschlag kompliziert ist: Das e-Bike meiner Kollegin hat vielleicht 250 Watt, meines aber 500. Also wenn ich ihr Bike nehme muss ich keinen Helm tragen, wenn ich meines nehme schon? Ich zahle die volle Moped-Steuer und sie nicht mal mehr die Velo-Vignette?

Neue Einnahmequelle für die Polizei?

Ein Helm-Obligatorium für die paar Meter zum Bahnhof für teure Bänkler-Frisurköpfe, macht doch da keinen Sinn. Das Fahrrad wird ja meist auf Kurz- und Kürzest-Strecken eingesetzt und nicht für die Hatz auf der Landstrasse. Vom Bäcker zum Metzger zur Bank, und jedesmal Helm ab und auf und Frisur richten? Oder versuchen Sie mal mit verspiegelter Fahrradbrille und Helm in eine Bank am Paradeplatz zu gelangen. Da haben sie dann auch Elektrounterstützung, aber vom Wachpersonal. Aber wehe dem, der dann halt von Laden zu Laden ohne Helm fährt; die blauhemdige Rennleitung wird gleich den Notizblock zücken!

Der schwarze Block wird neben mir unbehelligt dutzende Schaufenster einschlagen, Bankräuber ächzend schwere Tresore vorbeischleifen und Terrorist uns bombenbegürtelt freundlich grüssen, aber meine Polizistin wird seelenruhig und gewissenhaft mir eine 40-fränkige Busse schreiben, weil ich „oben ohne“ helmlos wie die letzten 40 Jahre auch, Velo gefahren bin. Nur dass ich jetzt, dank neuster Technologie, einen kleinen surrenden Helfer im Velorahmen hab, der mich über die stotzige Rosenbergsteigung ein wenig unterstützt und somit gleich zum Motorfahrzeugführer und zum Geldesel von Staat und Polizei macht.

Hoffnung bleibt

Da es sich ja um Vorschläge handelt, bleibt immer noch zu hoffen, dass das Helmobligatorium und die teure Einstufung als Motorfahrrad zu Gunsten der Natur und der Gesundheit der Bevölkerung fallen gelassen wird und die schönen Schweizer und Schweizer weiterhin e-velofahrend ihre Lockenpracht im Winde flattern lassen können.

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