Öko-Kampfjets: US-Luftwaffe testet neuen Biotreibstoff

In den USA ist vor kurzem ein neuer Biotreibstoff auf seine Eignung für den Einsatz in Kampfflugzeugen getestet worden. Eine F-22 Raptor nutzte bei einem Probeflug vom US-Luftstützpunkt Edwards aus eine Mischung aus herkömmlichem Flugbenzin und Leindotter im Verhältnis 50:50. Das im Englischen „Camelina“ genannte Kreuzblütengewächs gedeiht auf mageren Böden auch ohne Wasser oder Stickstoff und ist unempfindlich gegen Kälte und Trockenheit.

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Die CO2-Emissionen aus Camelina-Treibstoff sind nach Angaben des Biotreibstoffherstellers Sustainable Oils um 75% geringer als jene von konventionellem Flugbenzin. Das hätten Life-Cycle-Analysen der technischen Universität Michigan ergeben.

Wie den „Edwards Air Force Base News“ zu entnehmen ist, absolvierte der Kampfjet verschiedene Flugmanöver, unter anderem einen „Supercruise“ in 12.000 Metern Höhe bei einer Geschwindigkeit von 1,5 Mach. Als Supercruise bezeichnet man die Fähigkeit eines Flugzeugs, ohne Nachbrenner dauerhaft schneller als der Schall zu fliegen. Nach Angaben von Jeff Braun, dem Leiter der Alternative Fuels Certification Division des Aeronautical Systems Center der Wright-Patterson Air Force Base in Ohio, ist der Test ein weiterer Meilenstein zur Erreichung der Vorgaben der Luftwaffe für das Jahr 2016. Dann sollen auf Befehl von US-Präsident Barack Obama alternative Treibstoffe 50% des inländischen Bedarfs für militärisches Flugbenzin decken.

Das Unternehmen aus Bozeman im US-Bundesstaat Montana hat nach eigenen Angaben bislang rund 2.200 Liter Biotreibstoff auf Camelina-Basis an die US-Armee (Luftwaffe, die Marine und Landstreitkräfte) geliefert. „Treibstoffe auf Basis von Leindotter gehören zu den am meisten getesteten Treibstoffen für die Luftfahrt“, sagt Scott Johnson. Nach Angaben des Geschäftsführers von Sustainable Oils hat Camelina Tests im militärischen Flugverkehr ebenso bestanden wie in der zivilen Luftfahrt. Johnson legt großen Wert darauf, dass Camelina nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion steht, sondern diese sogar unterstützt. Die Pflanze komme in der Fruchtfolge mit Weizen gut zurecht und wachse auch auf nicht bewässerten Flächen. Angesichts des hohen Gehalts an Proteinen und Omega-3-Fettsäure sind die Reste, die bei der Gewinnung des Öls aus der Saat übrigbleiben, vom US-Landwirtschaftsministerium als Futtermittel für Vieh und Geflügel zugelassen.

Zu den weiteren Vorteilen von Leindotter gehört, dass die Pflanze relativ schnell in ausreichend großer Menge zur Produktion von Flugbenzin bereitstehen könnte. Die Pflanze wächst auch gut in den nördlichen US-Bundesstaaten. Diese eignen sich von der Bodenqualität und dem Klima her nicht als Anbaugebiete für Lebensmittel- oder Futtergetreide. Weil Camelina zudem weitaus kältebeständiger ist als herkömmlicher Biodiesel, bietet sich Treibstoff aus Leindotter gerade auch für den Einsatz in Kampfjets an.

Quelle: www.co2-handel.de – Besten Dank für das Zur-Verfügung-Stellen des Artikels!

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