Theaterregisseur und Musiker Christoph Marthaler erhält den Hans Reinhart-Ring 2011

Bern, 10.01.2011 – Die Schweizerische Gesellschaft für Theaterkultur verleiht den Hans Reinhart-Ring 2011 dem Theaterregisseur und Musiker Christoph Marthaler. Die Auszeichnung wird seit 1957 von der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur mit der Unterstützung des Bundesamtes für Kultur (BAK) verliehen und zeichnet herausragende Verdienste für das Theater aus. Christoph Marthaler wird für die kreative Originalität seines Schaffens und die grosse Resonanz auf der internationalen Bühne geehrt.

Der Ring ist die höchste Auszeichnung im Theaterleben der Schweiz und wird seit 1957 jedes Jahr von der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur verliehen. Seit 2001 beteiligt sich das Bundesamt für Kultur an diesem Preis. Der Preisträger 2011 ist ein Theaterschaffender, dessen reiche Produktionen in den letzten zwei Jahrzehnten die grossen Theater der europäischen Bühne geprägt haben. Christoph Marthaler entwickelte eine eigene Bühnensprache, die er mit seiner „Schauspielfamilie“ und seinen Mitarbeiterinnen Anna Viebrock (Bühnenbild) und Stefanie Carp (Dramaturgie) entfaltete und die in der Theaterszene zu einer wesentlichen Referenz geworden ist.

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Christoph Marthaler wurde 1951 in Erlenbach, Kanton Zürich, geboren und kam als ausgebildeter Oboist über die Musik zum Theater. Diese neue Verbindung ist eine der markantesten Prägungen seines Schaffens: Die Musik bildet die absolute Sprache seiner Vorstellungswelt. Anfang der 1990er-Jahre macht er in Basel unter dem damaligen Theaterdirektor Frank Baumbauer Halt. Hier zeigt er mehrere Produktionen, darunter „Stägeli uf, Stägeli ab, juhee!“, bereits in seiner persönlichen Syntax, dieser Kunst, Missbehagen freizulegen und die Komik einer feigen Bourgeoisie zu entlarven. Seinen nächsten längeren Halt macht er in Zürich als Leiter des Schauspielhauses (2000 – 2004), wo das Umfeld zwar schwierig ist, aber Produktionen wie „Hotel Angst“ oder „Groundings“ dazu beitragen, dass die Handschrift dieses grossen Theaterregisseurs in die Annalen der Schweizer Theaterkunst eingehen. Unter seiner Leitung wird das Schauspielhaus 2000 und 2001 vom Theatermagazin Theater heute als Theater des Jahres im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet.

Seit nunmehr bald zehn Jahren zeigt Christoph Marthaler seine Kunst auf verschiedenen europäischen Bühnen mit Aufsehen erregenden Produktionen wie „Tristan und Isolde“ oder „Platzmangel“ an den grossen Opern und den wichtigsten europäischen Festivals in Berlin, Wien und 2010 als Ehrengast in Avignon. Seine Welt fasziniert weit über die Schweiz und ihre Sitten und Gebräuche hinaus, auch wenn diese nach wie vor eine wesentliche Rolle als Inspiration seines Schaffens spielt. Begründet ist die Auszeichnung auch durch die aussergewöhnliche Anerkennung eines Schweizer Theaterkünstlers im europäischen Umfeld. In den vergangenen Spielzeiten war Christoph Marthaler mehrmals am Theater Basel zu sehen, namentlich mit „La Grande-Duchesse de Gérolstein“ von Offenbach und kürzlich mit „Meine faire Dame – ein Sprachlabor“.

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