Erstes selbstfahrendes Auto saust bis Ende Jahr durch Zürich: UVEK bewilligt Pilotprojekt


Könnte bereits autonom auf Autobahnen fahren: Elektroauto Tesla Model S

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Selbstfahrenden Autos gehört die Zukunft, die dazu nötige Technik ist bereits weit fortgeschritten und wird in verschiedenen Ländern schon getestet. So will nun auch die Schweiz Erfahrungen mit autonomen Fahrzeugen sammeln, Doris Leuthards Departement UVEK hat darum eine dafür nötige Ausnahmebewilligung erteilt. Diese ist bis Ende Jahr gültig und räumlich beschränkt: Erste Testfahrten mit einem selbstfahrenden Test-Fahrzeug werden in der Stadt Zürich erfolgen. Also schauen Sie beim Überqueren des Limmatquais zukünftig vielleicht besser zweimal, ob Ihnen nicht ein futuristischer Flitzer mit zwei panisch schreienden Ingenieur an Bord entgegenrast, der Sie über den Haufen fahren will.

Ausnahmegenehmigung für autonomes Fahrzeug

Das UVEK hat Swisscom diese Woche eine Ausnahmebewilligung für Tests mit einem autonomen Fahrzeug auf öffentlichen Strassen erteilt. Damit kann das von Swisscom lancierte Pilotprojekt gestartet werden. Eine Ausnahmebewilligung ist nötig, weil zum Beispiel das Lenkrad normalerweise nicht losgelassen werden darf. Bei selbstfahrenden Autos wird die Lenkung von der Technik übernommen. Das UVEK hat dem Antrag von Swisscom für das Pilotprojekt stattgegeben, weil die Tests wertvolle Erkenntnisse bringen soll und davon auszugehen ist, dass autonome Fahrzeuge in Kürze serienmässig hergestellt werden (Tesla bietet ein Update noch dieses Jahr an) und sich so Zulassungsfragen stellen. Das im Rahmen des Pilotprojekts eingesetzte Fahrzeug der Freien Universität Berlin besitzt schon eine Ausnahmegenehmigung für autonome Fahrten im Land Berlin. Es handelt sich dabei um einen VW Passat Kombi.

Zwei Fahrer passen auf, dass das selbstfahrende Auto keine Fehler macht

Die Ausnahmebewilligung des UVEK ist an verschiedene Voraussetzungen geknüpft: So darf nur auf vorgegebenen Strecken autonom gefahren werden. Es handelt sich zunächst um eine vorab definierte Strecke. Weitere Versuchstrecken müssen von den zuständigen kantonalen Behörden oder bei Nationalstrassen vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) genehmigt werden. Alle übrigen Fahrten werden „klassisch“ zurückgelegt. Ausserdem müssen stets zwei speziell ausgebildete Fahrer im Auto sein, welche bei Problemen sofort eingreifen können.

"Liebe Mobiliar…" – Auto ist für 100 Millionen Franken gegen Schäden versichert

Das Fahrzeug ist mit einem Not-Aus-Schalter ausgerüstet. Sämtliche Details der Fahrten müssen aufgezeichnet werden. Swisscom erstellt nach Beendigung des Versuchs einen Schlussbericht. Zudem muss eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckung von 100 Millionen Euro vorliegen. Die Verfügung gilt ab sofort bis Ende 2015 und explizit nur für dieses Fahrzeug. 

Für den Bund ist zentral, dass die Verkehrssicherheit jederzeit gewährleistet ist und sich die neuartigen Systeme im Strassenverkehr bewähren. Autonome Fahrzeuge müssen mit den bestehenden Verhältnissen zurechtkommen. Das Pilotprojekt soll dazu beitragen, allfällige Probleme und Risiken und deren Lösung aufzuzeigen sowie  Erfahrungen zu sammeln und Erkenntnisse für das weitere Vorgehen zu erhalten.

Tesla Model S sind bereits heute für autonomes Fahren ausgerüstet

Am weitesten fortgeschritten mit der Technik ist zur Zeit wohl der Autohersteller Tesla: Alle neuen Tesla Model S sind bereits heute schon mit Sensoren bestückt (HappyTimes berichtete), die ein autonomes Fahren auf Autobahnen erlauben. Die Funktion ist aber noch nicht freigeben, das Update soll gemäss Tesla aber noch dieses Jahr drahtlos auf die Autos aufgespielt werden. Dann steht die Selbstfahr- Funktion ohne weitere technische Eingriffe allen Tesla S zur Verfügung und man kann auf der Autobahn das Fahrzeug selbständig fahren und lenken lassen. Übrigens fährt auch UVEK-Vorsteherin Doris Leuthard einen Tesla Model S als Dienstwagen.

Vermutlich wird bei Tesla mit dem Update noch zugewartet, weil noch nicht alle Versicherungs- und Gesetzes-Fragen geklärt sind. Mercedes will bei seinen zukünftigen autonom-fahrenden Modellen das Gesetzes-Problem vorerst so lösen, dass man trotz Autopiloten noch eine Hand am Steuerrad halten muss, lässt man das Lenkrad länger los – als vielleicht nur um sich an der Nase zu kratzen – ertönt ein Alarmsignal.

 

Quellen: UVEK, Tesla, Mercedes
Bild: © Tesla

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